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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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Fütterung: Was fressen Pferde?

© Jürgen StroscherHeu, Stroh, Gras, Getreide und Mohrrüben: Das alles steht unter anderem auf dem „Speisezettel“ unserer Pferde. Aber wie unterscheiden sich die Futtersorten? Und wie viel sollten Pferde von welcher Futtersorte aufnehmen, damit sie gesund und fit bleiben?

Vor etwa 60 Millionen Jahren war das Pferd noch klein wie ein Hund und lebte in sumpfigen Wäldern. Durch die Erwärmung der Erde zog es die Vorfahren unseres heutigen Pferdes aber aus den Wäldern in die Steppen Asiens. Schon damals waren die Pferde sehr anpassungsfähig und entwickelten sich entsprechend ihres Lebensraums zu großen schnellen Tieren. Ein guter Überblick über die Weite der Steppen und Schnelligkeit bei Gefahr war für sie lebenserhaltend. Durch die kargen Gräser in den Steppen entwickelten sich die Pferde zum genügsamen „Dauerfresser“. Die wichtigste Grundlage zur Nahrungsaufnahme für die Pferde ist auch heute noch der tägliche Weidegang.

Natürlich ist nicht jedes Pferd gleich. Es gibt verschiedene Rassen, Größen – und auch das Alter und der Gesundheitszustand sowie der Einsatz des Pferdes in Freizeit und Sport sollte bei der Fütterung berücksichtigt werden. Die Ansprüche von Fohlen, Jungpferden und Zuchtstuten sind andere als die von Sportpferden. Vor allem müssen sich die Pferde in der heutigen Pferdehaltung den neuen Bedingungen anpassen, schließlich können sie nicht mehr 24 Stunden in der Steppe umherziehen. Aber im Prinzip benötigen sie auch noch heute ihre ursprüngliche Nahrung, denn ihr ganzer Organismus ist auf die diese Nahrungsaufnahme ausgerichtet.

Eigentlich sollten die Pferde auf der Weide alles finden, was sie brauchen. Nur sind die Gräser in unseren Breitengraden vor allem durch die Nutzung der Landwirtschaft ganz andere als die, die sie in den Steppen vorgefunden haben. So kann die Weide viel zu karg oder zu eiweißreich sein, der Boden viel zu sauer oder zu nitrathaltig sein. Das kann man zum Beispiel durch Bodenproben oder Einschicken von Futterproben (Heu) bei der zuständigen Landwirtschaftskammer überprüfen lassen. Man unterscheidet in der Pferdefütterung Rau-, Saft- und Kraftfutter.

Raufutter

Raufutter sollte eine grobe Struktur besitzen, denn ein hoher Anteil von pflanzlichem und kaufähigem Material ist für die Pferde wichtig. Ein hoher Rohfasergehalt liefert genügend Ballaststoffe, damit die Verdauung einwandfrei funktionieren kann. Rohfaser ist der eigentliche Energielieferant für die Pferde, denn die Bakterien im Pferdedarm sind in der Lage, die verschiedenen Inhaltsstoffe zu spalten. Die dadurch freiwerdende Energie ist lebensnotwendig für die Darmflora.

Heu hat einen hohen Rohfaseranteil. Als Faustformel kann man für die tägliche Fütterung etwa 1,5 Kilogramm Heu pro 100 Kilo Gewicht des Pferdes rechnen. Sinnvoll ist es, das Futter abzuwiegen, damit die passende Ration gefüttert wird. Wichtig ist auch eine einwandfreie Qualität des Raufutters. Heu sollte nicht zu früh und nicht zu kurz geschnitten werden, dabei schimmelfrei und gut durchgetrocknet sein. Das Pferd sollte kontinuierlich kauen können und da der Darm sehr lang ist, möglichst ständig Nahrung aufnehmen können. Längere Pausen von mehreren Stunden, die sogenannten Karenzzeiten, sollten vermieden werden. Gutes Futterstroh kann einen kleinen Teil des Heus ersetzen.

Auch die feuchtere Silage oder Heusilage, die nicht so lange getrocknet wie Heu und in Folie gewickelt wird, kann das Heu ersetzen. Allerdings muss aufgrund des höheren Wassergehaltes die Menge an Futter vom Gewicht her bei Heusilage/ Silage erhöht werden.

Gras gehört in der Weidesaison (meist von Mai bis Oktober) zur Basis einer gesunden Pferdefütterung. Zu Beginn der Weidesaison enthält das Gras wenig Strukturstoffe (Rohfaser), dafür aber einen hohen Eiweißgehalt, der von den Pferden nicht so gut verarbeitet werden kann. Deshalb sollte am Anfang der Weidesaison der Weidegang eingeschränkt und stattdessen mit Heu ergänzt werden. Auch zu kurz abgefressene Weiden sind zu vermeiden.


Saftfutter

Rüben, Möhren und Äpfel rechnet man zu den Saftfuttern. Sie beinhalten einen hohen Wasseranteil und nur wenig Strukturstoffe. Die Verfütterung sollte einen geringen Anteil an der Gesamtration haben. Das Saftfutter muss natürlich in einem einwandfreien Zustand sein. Meist wird es im Winter verfüttert, wenn die Pferde keinen Weidegang mehr haben.

Kraftfutter

Getreide sowie alle industriell hergestellte Mischfutter bezeichnet man als Kraftfutter. Mit Kraftfutter soll die Energie- und Proteinversorgung der Pferde gewährleistet werden. Allerdings verfügt es in der Regel über wenig Struktur. Der Einsatz von Kraftfutter ist für Zuchtstuten und Sportpferde wichtig. Pferde im Training und Sporteinsatz müssen über einen kurzen Zeitraum viel Eiweiß aufnehmen. Zu den gebräuchlichsten Kraftfuttermitteln gehört der Hafer. Bei einem gesunden Gebiss des Pferdes kann der relativ hohe Rohfaseranteil gut aufgespalten werden. Auch andere Getreidesorten wie Gerste eigenen sich als Energielieferanten. Allerdings ist die Verdaulichkeit bei Getreide oder Mais sehr unterschiedlich. Die zu verfütternden Mengen sollte man individuell auf die Bedürfnisse und Ansprüche der Pferde ausrichten. Zur Berechnung der passenden Futterration gibt es eine Menge Fachliteratur und auch entsprechende Computerprogramme.

Mehr zum Thema Fütterung kann man z. B. nachlesen im Band 4 der Richtlinien für Reiten und Fahren – Haltung, Gesundheit, Fütterung und Zucht (erschienen im FNverlag).

Dies ist ein Thema des Newsletters „pferdenah“. Weitere bereits erschienene Themen sind finden Sie hier. Der Newsletter erscheint etwa alle sechs Wochen. Hier geht´s zum kostenlosen Newsletter-Abo.

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