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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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Mein erstes Abzeichen: Steckenpferd- und Hufeisen-Prüfung

© Jürgen StroscherDie edlen Anstecknadeln in orange, dunkelgrün oder rot mit Hufeisenform sind der Beweis, dass junge Pferdesportler eines der FN-Motivationsabzeichen im Reiten bestanden haben. Natürlich gibt es nach der Prüfung auch eine Urkunde dazu. Aber was muss man eigentlich können, um das Steckenpferd oder das Kleine und Große Hufeisen zu bestehen?

Gerade wenn man erst in den Pferdesport hineingeschnuppert hat, ist es eine tolle Sache, schon bald ein erstes Abzeichen in den Händen zu halten, dass einem zeigt, was man in der kurzen Zeit schon alles rund ums Pferd gelernt hat. Weil es aber noch nicht jeder schafft, am Ende eines Ferienlehrgangs oder im Schulsportfach Reiten schon so fest im Sattel zu sitzen, dass er in allen drei Gangarten in der Abteilung reiten kann oder über ein Cavaletti springt, gibt es seit 2006 die Prüfung zum Steckenpferd Reiten. Man kann diese Prüfung vor dem Kleinen Hufeisen machen, weil sie von den Anforderungen noch nicht ganz so schwer ist. Wir stellen die drei Motivationsabzeichen Reiten genauer vor. Zusätzlich gibt es Motivationsabzeichen im Fahren und Voltigieren.

Das Steckenpferd ist natürlich keine „Babyprüfung“, sondern ganz im Gegenteil eine anspruchsvolle Einsteigerprüfung für Kinder und Jugendliche, die im laufenden Kalenderjahr nicht älter als 16 Jahre alt werden und an einem entsprechenden Vorbereitungslehrgang teilgenommen haben. Das gleiche gilt für das Kleine Hufeisen. Für das Große und das Kombinierte Hufeisen darf man bis 18 Jahre alt sein.
 
Und das muss man für die beiden Teilprüfungen zum Steckenpferd können:

  1. Praktischer Teil – Umgang mit dem Pferd
    Für den richtigen Umgang mit dem Pferd solltet ihr zeigen, dass ihr euren Vierbeiner führen und anbinden, sowie mit ihm auch an anderen Pferden vorbei gehen und korrekt auf der Stallgasse wenden könnt. Bei der Pferdepflege muss das Putzen mit Striegel und Kardätsche, die Pflege von Hufen und Schweif sowie auch das sorgfältige Versorgen von Pony/ Pferd vor und nach der Arbeit gezeigt werden. Außerdem solltet ihr schon mithelfen können beim Zäumen und Satteln.
  2. Praktischer Teil – Reiten
    © Jürgen StroscherBeim Reiten müsst ihr das Auf- und Absitzen korrekt können. Wichtig ist, dass der Sattel selbständig nachgegurtet wird. Für diese Prüfung dürft ihr wählen, ob ihr an der Longe mit oder ohne Sattel reiten möchtet. An der Longe zeigt ihr dann den Richtern, dass ihr im Schritt, Trab (Leichttraben und Aussitzen) und Galopp schon ganz ordentlich sitzen könnt. Danach reitet ihr eventuell noch kurz im Schritt und Trab einzeln oder hintereinander. Hier sind Hilfszügel gemäß Paragraph 70 D LPO (Leistungsprüfungsordnung) zugelassen.
  3. Theoretischer Teil
    © Jürgen StroscherIhr solltet die wichtigsten Putz- und Ausrüstungsgegenstände bezeichnen können und über Lederpflege Bescheid wissen. Natürlich sind auch Kenntnisse über die Grundbedürfnisse des Pferdes sowie die Grundsätze auf dem Gebiet des Pferdeverhaltens und des Umgangs mit dem Pferd (Ethische Grundsätze, 1 x 9 der Pferdefreunde) gefragt. Aneignen müsst ihr euch auch das Basiswissen über Pferdehaltung, Fütterung, Tierschutz und Unfallverhütung. Für die Reitlehre fragen die Prüfer Grundkenntnisse über Sitz, Hilfen, Hufschlagfiguren, Anpassen und Ablegen von Trense und Sattel, Verschnallen der Bügel und Bahnordnung ab.

Das Prüfungsergebnis lautet dann „bestanden“ oder „nicht bestanden“. Wenn ihr nicht besteht, könnt ihr die gesamte Prüfung natürlich jederzeit wiederholen. Das Steckenpferd kann übrigens jährlich neu erworben werden. Wenn Ihr die Prüfung bestanden habt, bekommt ihr die Urkunde und das orangenfarbene Abzeichen „Steckenpferd“.
 
Prüfung zum Kleinen und Großen Hufeisen

Diese Prüfungen unterscheidet sich vom Steckenpferd nur im praktischen Teil Reiten. Für die Theorie und den praktischen Teil „Umgang mit dem Pferd“ müsst ihr die gleichen Dinge lernen.

  • P© Jürgen Stroscherraktischer Teil Reiten (Kleines Hufeisen)
    Hier möchten die Prüfer sehen, dass ihr hintereinander reiten könnt und euch auch mit den Bahnregeln auskennt. Eventuell müsst ihr auch das Reiten über Cavaletti, um Tonnen oder Ständer zeigen (Hilfszügel gemäß Paragraph 70 D LPO sind zugelassen).
    Wenn Ihr die Prüfung bestanden habt, bekommt ihr die Urkunde und das dunkelgrüne Abzeichen „Kleines Hufeisen“.
  • Praktischer Teil Reiten (Großes Hufeisen)
    Verlangt wird das Reiten eines Dressurreiterwettbewerbs sowie das Reiten im Außengelände mit dem Überwinden kleinerer, reitweisenspezifischer Hindernisse (Hilfszügel gemäß Paragraph 70 D LPO sind zugelassen). Wenn ihr die Prüfung bestanden habt, bekommt ihr die Urkunde und das rote Abzeichen „Großes Hufeisen“.

Das Ergebnis lautet auch bei den Hufeisenprüfungen „bestanden“ oder „nicht bestanden“, es gibt also keine Noten. Bewertet werden die Kenntnisse und Geschicklichkeit im Umgang mit dem Pferd/Pony. Weiter fließt in die Bewertung ein, wie gut ihr schon auf dem Pferd sitzt und einwirkt. Wenn ihr nicht besteht, könnt ihr die gesamte Prüfung natürlich jederzeit wiederholen.

Wer jetzt Lust bekommen hat, ein Motivationsabzeichen zu machen, dann fragt wegen Lehrgangsterminen in der Nähe in der Geschäftsstelle des für euch zuständigen Landes-Pferdesportverbandes nach. Die Abzeichenbroschüren der FN zu den Hufeisen Reiten, Fahren und Voltigieren kann man sich als PDF-Datei unter www.pferd-aktuell.de herunterladen. Hier kann man auch nachlesen, was für das Kombinierte Hufeisen, bei dem das Reiten oder Voltigieren mit zwei weiteren Sportarten geprüft wird, in Theorie und Praxis verlangt wird.

Dies ist ein Thema des Newsletters „pferdenah“. Weitere bereits erschienene Themen sind finden Sie hier. Der Newsletter erscheint etwa alle sechs Wochen. Hier geht´s zum kostenlosen Newsletter-Abo.

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Katrin Bickmann

Tel 02581/6362-221
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Hier findet ihr hilfreiche Literatur zu den Motivations- und Leistungsabzeichen.

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