Anmelden
Melden Sie sich an, um im FN-Shop zu bestellen oder die vielen Vorteile einer Persönlichen Mitgliedschaft zu nutzen.
Die Sensation ist perfekt: Die deutsche Vielseitigkeits-Mannschaft holt zum zweiten Mal in Folge Gold bei Olympischen Spielen. Schon vor der letzten deutschen Reiterin – Ingrid Klimke (Münster) – machte Michael Jung (Horb) mit Sam mit einer Nullrunde im Springen „den Sack zu“ und sich selbst ein großartiges Geburtstagsgeschenk. Zu seinem 30. Geburtstag holte er sich nach dem Welt- und Europameistertitel auch den des Mannschafts-Olympiasiegers. Nach Gold in der Teamwertung sicherte sich Michael Jung mit Sam mit einer weiteren Nullrunde im finalen Springen auch noch den Titel in der Einzelwertung. Bronze ging außerdem an Sandra Auffarth und Opgun Louvo.
Ein kleines bisschen Glück war bei diesem bisher einzigartigen Erfolg in der Geschichte der Vielseitigkeit auch dabei. Am Ende lag es am Ritt der Schwedin Sara Algotsson-Ostholt. Mit nur 39,3 Minuspunkten – ihrem Dressurergebnis – lag diese im Londoner Greenwich Park mit ihrer Schimmelstute Wega auf Goldkurs als am letzten Sprung doch noch die Stange fiel und so Jung zum Goldmedaillengewinner machte. „Ich hatte Michael eigentlich schon zu Silber gratuliert“, sagte Vater Joachim Jung schmunzelnd. Anfänglich von seinem Dressurergebnis etwas enttäuscht, trugen Michael Jung die dort erzielten 40,6 Minuspunkte, die er über eine anspruchsvolle Geländestrecke und zwei Springen hinwegrettete, am Ende den Sieg ein.
Ebenfalls mit ihrem Dressurergebnis beendete die Jüngste im deutschen Team, Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit Opgun Louvo, ihre ersten Olympischen Spiele. Über vier Tage hinweg erwies sich die 25-Jährige als äußerst nervenstark. So auch im letzten Springen, in dem viele routiniertere Reiter vor ihr Fehler machten. Sandra Auffarth nicht. Sie kam ein zweites Mal ohne Abwurf ins Ziel und durfte sich dafür neben Mannschaftsgold auch die Bronzemedaille umhängen lassen. „Es ist nicht zu fassen, dass das Ergebnis von Hongkong noch zu toppen ist“, kommentierte Dr. Dennis Peiler, erstmals Chef de Mission der deutschen Reiter bei Olympischen Spielen, den herausragenden Erfolg der deutschen „Buschis“.