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Olympische Spiele London - Gold für die Vielseitigkeitsreiter - Foto: Stefan Lafrentz

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Großer Showabend 100 Jahre im Galopp

Höhepunkt des DOKR-Jubiläums war der große Showabend "100 Jahre im Galopp", präsentiert von dem Internetportal Horseship. Knapp drei Stunden lang tauchten die Gäste in die Geschichte des DOKR ein. Historische Fotos, Filmausschnitte, Interviews und zahlreiche Schaubilder dokumentierten die Entwicklung des Leistungssports mit Pferden.

Große Grand-Prix-Quadrille beim Showabend 100 Jahre im Galopp, Foto: Stefan Lafrentz

Höhepunkt des Abends: Die Zwölfer-Grand-Prix-Quadrille unter Leitung von Monica Theodorescu

„Sie kennen mich noch?“ Die grauhaarige Dame strahlt über das ganze Gesicht und versprüht Fröhlichkeit. Ja, sie habe sich auf den Abend gefreut, sagt sie und strahlt noch mehr. Es ist Gabriela Grillo, die mit dem Trakehner Ultimo die olympische Goldmedaille bei den Spielen von Montreal 1976 gewann. In der Einzelwertung wurde die Unternehmerin aus Duisburg Vierte. Standing Ovations für Hans Günter Winkler, den Olympiasieger von 1956, der mit der kleinen Stute Halla zu unsterblichem Ruhm ritt und als ältester Olympiasieger an der Gala teilnahm. Dies sind zwei Szenen eines Abends, der mit Erinnerungen prall gefüllt war und der manchen Besucher sogar zu Tränen rührte, als zwölf Reiter den einstigen Olympiasiegern zu Ehren eine Grand Prix-Quadrille zeigten. Zwölf Pferde zeitgleich in der Pirouette, zeitgleich in Piaffe und Passage – ein solches Bild kommt nur alle paar Jahre mal zustande.

Impressionen: Showabend 100 Jahre im Galopp

Showabend 100 Jahre im Galopp - Foto: Wulf Rohwedder
Showabend 100 Jahre im Galopp - Foto: Wulf Rohwedder
Showabend 100 Jahre im Galopp - Foto: Wulf Rohwedder

Regie führte Bundestrainerin Monica Theodorescu, die ihr letztes Erfolgspferd Whisper noch einmal auf der großen Bühne vorstellte. Nachdem sie mit Helen Langehanenberg auf Rohjuwel einen Pas de Deux präsentiert hatte, wurde es feierlich. Oliver Oelrich (Don Daily), Lars Schulze-Sutthoff (Emotion), Jan Hermann (D’Accord), Uta Gräf (Laurens), Jonny Hilberath (Winterbottom), Hubertus Schmidt (Warmokus), Dorothee Schneider (Saint Emilion), Carola Koppelmann (Charming), Fabienne Lüttkemeier (Baldesarini), Victoria Michalke (Wasabi), Anabel Balkenhol (Rubin’s Royal) und Helen Langehanenberg (Rohjuwel) präsentierten vor den Olympiasiegern und Medaillengewinnern die klassische Dressur. Zweimal nur hatten sie geübt, dafür klappte es bestens. Das Publikum war aus dem Häuschen. Rund 2.500 Zuschauer – mehr fassten die Tribünen und Zelte nicht – tobten vor Begeisterung. Es war der Höhepunkt und zugleich Abschluss der Feierlichkeiten rund um den 100. Geburtstag des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR).

Von Kavallerie bis Mozart
„100 Jahre im Galopp“ hieß die Gala, in der in vielen Schaubildern, Talkrunden und Interviews die Geschichte des DOKR lebendig wurde. Moderiert von Christoph Hess und Petra Hartmann, zeigten die historisch kostümierten Reiter des Deutschen Kavallerieverbandes die militärische Reitausbildung, ritt Olympiasiegerin Sandra Auffarth die erste Dressuraufgabe der olympischen Reiterspiele von 1912, zelebrierte Voltigier-Weltmeister Kai Vorberg seine berühmte „Mozart-Kür“, zogen historische Kutschen über den großen Springplatz, veräppelte Westfalens Original August Schulte Quaterkamp auf seinem Kaltblüter die Dressurszene und standen Ponykids sinnbildlich für die Öffnung der Reiterei zum Breitensport. „Eine lebendige Geschichtsstunde“, wie Christoph Hess es nannte.

Krisen und Neuanfänge
Für ernste Töne sorgte Reinhard Wendt, der langjährige und ehemalige Geschäftsführer des DOKR, der die schönen Seiten des Spitzensports, aber ebenso die Schattenseiten und Krisen der Vergangenheit darstellte. Er sprach von den erfolgreichen Olympiareitern des Nationalsozialismus, die zum Teil dem Regime sehr distanziert gegenüberstanden, zum Teil aber auch mit großer Nähe. „Auch das gehört zu unserer Geschichte“, so Wendt. Die Krisen der jüngeren Vergangenheit begannen 1990 bei den ersten Weltreiterspielen mit der Barr-Affäre. „Die Stimmung in Stockholm war so mies, dass man uns Deutsche zunächst nicht reiten lassen wollte. Das Publikum reagiert auf deutsche Ritte mit eisigem Schweigen. Bis zu Nicole Uphoffs Siegesritt auf Rembrandt. Diese Eleganz, diese Leichtigkeit und diese Ausdruckskraft brachten die Zuschauern zum Jubeln. Der Bann war gebrochen“, erzählte Reinhard Wendt.
Auf der Bühne mit Vielseitigkeitsreiter Hans Melzer und Doppel-Olympiasieger Hinrich Romeike kam – natürlich – auch die großartige Erfolgsgeschichte der Vielseitigkeit zur Sprache. Bei den Olympischen Spielen von Sydney 2000 hatte diese Disziplin ihren Tiefpunkt erreicht. Der Tierschutz war auf den Barrikaden, selbst Reiter distanzierten sich von ihr. International drohte sie aus dem olympischen Programm zu fliegen, national lag sie restlos am Boden. Das ist erst zehn Jahre her. Die FEI und die nationalen Verbände reagierten mit einer Vielzahl von Reglementänderungen, die alle einem Ziel dienten: die Vielseitigkeit sicherer zu machen. National kam die „Buschreiterei“ mit intensiven Förderprogrammen seitens des DOKR wieder auf die Beine. Reinhard Wendt war einer der Architekten der neuen Vielseitigkeit. Bei der Gala sagte er: „Wenn wir jetzt sehen, mit welcher Konstanz, Geschlossenheit und Überlegenheit und mit welchen Erfolgen unsere Vielseitigkeitsreiter von Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften zurückkehren, dann können wir stolz feststellen, das Krisen immer auch Chancen bieten.“

DOKR und Warendorf
Kaiser Wilhelm II. und sein Sohn Kronprinz Wilhelm, auf deren Initiative hin 1913 das „Komitee für die Kämpfe zu Pferde bei den Olympischen Spielen zu Berlin 1936“ gegründet wurde, wäre heute sicher zufrieden. 85 olympische Medaillen, darunter 39 goldene konnten deutsche Pferdesportler in den drei Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit in den vergangenen 100 Jahren gewinnen. Eine beeindruckende Erfolgsstory, die zwar ihren Anfang nicht in Warendorf, sondern in Berlin nahm, die aber heute untrennbar mit der westfälischen Kleinstadt verbunden ist. Bürgermeister Jochen Walter betonte in seiner Festansprache: „Das Engagement des DOKR in Warendorf seit den 1950er Jahren formte den Charakter unserer Stadt entscheidend mit und schenkte der Stadt über die Landesgrenzen hinaus das wertvolle Renommee als „Stadt des Pferdes.“ Zehn Prozent aller Warendorfer gehen einer „pferdenahen“ Berufstätigkeit nach – vom Pferdepfleger bis zum Gärtner auf einer Reitanlage, vom Tierarzt bis zum FN- oder DOKR-Mitarbeiter. Die enge Verbundenheit von DOKR und Stadt spiegelte sich auch beim Rathaus-Empfang der Olympiasieger wider: Bürgermeister Walter bat FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau, sich ins Goldene Buch der Stadt Warendorf einzutragen. „Ich bin davon überzeugt, dass auch die kommenden 100 Jahre von Erfolgen geprägt sein werden, die dem DOKR und unserer Stadt besondere und unvergessliche Momente schenken werden“, schloss der Bürgermeister seine Rede.

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