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Ausritt in der Gruppe - Foto: Monika Kaup

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Bundesweites Championat des Freizeitpferdes

28. August 2016 in Verden

Sieg für Solitär, Illmo und Suhletals Carina

Rittig, gelassen und geländetauglich: Das sind die Eigenschaften, die sich ein „Freizeitreiter“ von einem Pferd wünscht. Im Rahmen des Freizeitpferdechampionats in Verden wurden 40 Kandidaten in diesem Sinne auf die Probe gestellt, mussten fünf verschiedene Aufgaben bewältigen. Zum Champion des vier- bis siebenjährigen Deutschen Freizeitpferdes/-ponys wurde der Hannoveraner Solitär gekürt, in der Gruppe der anderen Rassen setzte sich der gekörte Fjordpferdehengst Illmo durch. Siegerin der erstmals ausgeschriebenen, altersoffenen Abteilung ist die Welsh Pony-Stute Suhletal Carina. 

Zum achten Mal wurde das Freizeitpferdechampionat in diesem Jahr ausgetragen, zum fünften Mal war die Verdiana in Verden der Gastgeber. 51 Paare hatten ihre Nennung abgegeben. 40 davon traten zur Prüfung an, was möglicherweise auch an den tropischen Temperaturen lag, die am Championatswochenende in Verden herrschten. Zu bewältigen gab es fünf Aufgaben: einen Rittigkeitswettbewerb, einen Fremdreitertest, eine Grundgangartenbewertung mit anschließendem Gruppengeländeritt, einen Geländekurs mit drei Hindernissen und einem Wasserdurchritt sowie eine Gehorsamsaufgabe mit Auf- und Absitzen, Galopp und Halt, dem Überreiten einer Plane, Rappelsack, Stangenlabyrinth und Umrunden eines mit Flatterband bestückten Sonnenschirmes.

Fjordpferde: Mit gutem Management zum Erfolg
Die größte Abteilung stellte die Gruppe der verschiedenen deutschen Ponyrassen und damit auch die Gruppe der Fjordpferde, die fünf der ersten sechs Plätze unter sich ausmachten. Am Ende führte mit insgesamt 84,3 Punkten ein Hengst das Feld an: Illmo v. Inrico – Sogneblakken, Siegerhengst der Körung in Holstein und 2013 Bundesjungsiegerhengst auf der Equitana. Vorgestellt wurde der sechsjährige Graufalbe von Anke Kolvenbach (Lindlar), die bereits 2013 mit Sirko den Champion präsentierte. Für Illmos Züchter Hans Giesen, der in Odenthal einen großen Fjordpferde-Betrieb führt, war es sogar schon die dritte Siegerschärpe, die er vom Freizeitpferdechampionat mit nach Hause nahm. Knapp hinter Illmo auf dem Silberrang landete mit 83,7 Punkten die Welsh Cob-Stute Epona Thalia (v. Triumph – Randeck Tristan) aus der Zucht von Bernhard Tschöpke, dem Gründer des Welsh Cob Gestüts in Schönborn und der IG Welsh. Die Dunkelbraune wurde von der Enkelin des Züchters, Alica Tschöpke, vorgestellt und punktete vor allem im Gelände, wo sie wie kein anderes Pony durchs Wasser und zum Sprung zog. Zwei Fehler im Stangenlabyrinth, umgerechnet ein Punkt Abzug, kosteten die sechsjährige Fjordpferdstute Dana (v. Dylar – Mosby) aus der Zucht von Paul Rohlmann (Münster) die Silbermedaille. Mit 83,2 Punkten landete Dana, die zusammen mit ihrer Reiterin Myriam Lohuis (Raesfeld) das beste Ergebnis im Rittigkeitswettbewerb erhalten hatte, auf Platz drei. Diesen teilte sie sich mit dem erst fünfjährigen Fjordpferdehengst Solfin Skova (v. FinFin – Granit Halsnaes) aus der Zucht von Preben Olesen (Dronninglund). Vorgestellt wurde der Weißfalbe von Imke Stoermann-Tlies (Flethsee) und sammelte ebenfalls 83,2 Punkte.

Der Erfolg der Fjordpferde in Verden war bei näherer Betrachtung keine Überraschung. Alle über die Interessengemeinschaft Fjordpferd (IGF) angemeldeten Pferde mussten sich bei einem Bundesturnier Ende Juli in Steyerberg in den verschiedenen Aufgabenstellungen für Verden qualifizieren. „Wir haben uns das Freizeitpferdechampionat erst zwei Jahre lang angeschaut und dann beschlossen: Das ist genau das Richtige für uns“, sagte Petra Ohly (Hüttenberg). „Beim Bundesturnier wird bis auf den Fremdreitertest alles genauso ausgeschrieben wie beim Championat.“ Seit 15 Jahren ist die IGF-Bundesportwartin im Amt und kämpft dafür, den gelegentlich schlechten Ruf der Fjordpferde zu widerlegen. Seit einigen Jahren liefern diese beim Freizeitpferdechampionat nun den Beweis, dass sie wunderbare Allround- und Familienpferde sind. „Man muss sie nur vernünftig ausbilden“, so Ohly. Damit auch alles klappt, sorgte sie beim Championat dafür, dass alle zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren, jeder wusste, was er zu tun hat und die Pferde zwischendurch auch einmal Ruhe bekamen, denn so ein Championatstag ist lang und anstrengend. „Ohne Frau Ohly geht nichts“, war daher auch die einhellige Meinung der Fjordpferdereiter. Ein weiterer Grund für die auch zahlenmäßige Dominanz der Fjordpferde: Das erfolgreiche Absolvieren des Freizeitpferdechampionats wird seit diesem Jahr nicht nur als Stuten- sondern auch als Hengstleistungsprüfung anerkannt.

Solitär – ein Pferd für alle Fälle
„Die Qualität der Pferde ist deutlich besser geworden“, bestätigte Ulrike Dose-Dibbern aus Elmshorn, die zusammen mit ihrem Mann Klaus Dibbern das Freizeitpferdechampionat seit Jahren als Richterin begleitet. Auch die Reiter seien in der Regel besser vorbereitet, sagt sie. „Früher haben doch viele gedacht, man könnte das einfach mal so nebenher mitmachen. Doch die Aufgaben sind wirklich anspruchsvoll für die Pferde, konditionell und vor allem auch mental. Sie müssen an einem Tag sehr viel leisten, sich immer auf neue Aufgaben einstellen.“ In der Abteilung der Deutschen Reitpferde und -ponys gelang dies dem Hannoveraner Solitär v. Scolari – Baroncelli am besten. Für ihn und seine Reiterin Dr. Claudia Weise (Pinneberg) war das Championat auch kein Neuland, sie waren im vergangenen Jahr bereits Dritte. Solitär, den Weise bereits als drei Monate altes Fohlen kaufte, ist im wahrsten Sinne des Wortes vielseitig veranlagt. Neben den Fähigkeiten, die der siebenjährige dunkelbraune Wallach aus der Zucht von Heinz Christian Gresens (Lamstedt) in Verden demonstrierte, war er auch schon in Fahrpferdeprüfungen siegreich. Bestnoten erzielten die begeisterte Jagdreiterin und ihr Solitär auf der kleinen Geländestrecke (9,5) und von Fremdreiterin Ina Tapken (9,0). „Den hätte ich wohl mitgenommen“, sagte die Landestrainerin Vielseitigkeit aus Weser-Ems. Mit einem Endstand von 87,0 Punkten setzte sich Solitär mit deutlichem Vorsprung an die Spitze und gewann damit gleichzeitig das Hannoveraner Freizeitpferdechampionat. Auf dem Silberrang landete die Oldenburger Schimmelstute Feline (v. Fairbanks – Walt Disney I), die von ihrer Züchterin Susanne Pecksen (Elmlohe) geritten wurde. Ebenfalls an einen Oldenburger ging die Bronzemedaille. 74,9 Punkte sammelte der siebenjährige braune Wallach Crazy Boy (v. Charming Boy – Goldkäfer) aus der Zucht von Angela Siems (Schönfließ). Er wurde vom einzigen männlichen Teilnehmer des Championats, Nick Platter (Südwalde), vorgestellt.

Premierensieg für Suhletal Carina
Bislang war das Bundesweite Championat des Freizeitpferdes/-ponys eine reine Initiative der FN-Zuchtverbände und daher beschränkt auf vier- bis siebenjährige Pferde und solche mit „deutschen Papieren“. „Doch immer, wenn wir das Freizeitpferdechampionat in den sozialen Medien beworben haben, kam sofort der Aufschrei: Warum dürfen nicht auch ältere Pferde teilnehmen, warum müssen sie bei einem deutschen Zuchtverband registriert sein?“, berichtete Dr. Teresa Dohms-Warnecke, stellvertretende Geschäftsführerin des Bereichs Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). In diesem Jahr wurde dieser Forderung nun Rechnung getragen und dank der FN-Abteilung Breitensport, Vereine und Betriebe eine dritte „offene“ Abteilung für alle angeboten. Ein Renner? „Nun hieß es plötzlich: warum nicht auch gebisslos, warum Fremdreitertest, warum so weit weg? Man kann es einfach nicht allen recht machen“, sagte Dohms-Warnecke schmunzelnd. Immerhin meldeten sich zehn Paare für die Premiere an, sieben stellten sich der Prüfung. Als erste Siegerin ging mit 82,8 Punkten die achtjährige Welsh Pony-Stute Suhletal Carina hervor. Vorgestellt wurde die Fuchsstute von Laura Diedrich (Liebenburg), während ihre Besitzer, die erst neunjährige Emily Wolfschmitt (Schladen), als jüngste Teilnehmerin in der zweiten Abteilung des Freizeitpferdechampionats mit einem anderen Pony an den Start ging. Den zweiten Platz sicherte sich der in Polen gezogene, siebenjährige Brauntigerschecke Parys, der mit seiner Reiterin Kim-Alexandra Lutze (Könismoor) insgesamt 79,0 Punkte sammelte. Auf dem dritten Platz landete mit 76,5 Punkten der achtjährige Haflingerwallach Azuro, vorgestellt von Viola Riemann (Seevetal).

Impressionen vom Bundesweiten Championat des Freizeitpferdes

Ein Rappelsack als Herausforderung - Foto: FN
Siegerehrung  der Abteilung Reitpferde und -ponys - Foto: FN
Gruppengeländeritt - Foto: FN

"So ein Wettbewerb zeigt, welche Pferde wirklich als Freizeitpferde geeignet sind. Viele  Züchter sollten dieses Championat nutzen, um die Tauglichkeit ihrer Pferde beweisen zu können", sagt Hans-Heinrich Stien (St. Peter-Ording) vom Vorstand des Bereichs Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Freizeitpferdechampionat als Zuchtstuten- und Hengstleistungsprüfung anerkannt
Das Freizeitpferdechampionat wird bei den Rassen Connemara Pony und New Forest Pony als Zuchtstutenprüfungen anerkannt. Die Stuten müssen eine Mindestgesamtpunktzahl von 65 Punkten erreichen. Bei den Fjordpferden, Welsh Ponys und Tinkern wird das o.g. Ergebnis bei den Stuten und bei den Hengsten als Leistungsprüfung anerkannt.

Eignungswettbewerb für Freizeitpferde und -ponys
Für interessierte Veranstalter bietet sich die Durchführung eines verkürzten Wettbewerbes an. Hierfür wurde der Eignungswettbewerb für Freizeitpferde und -ponys entwickelt, der die drei Teilwettbewerbe Rittigkeitsaufgabe auf dem Viereck, Gruppengeländeritt und die Gehorsamsaufgabe beinhaltet.

Ansprechpartner

Foto von Dr. Teresa Dohms-Warnecke

Dr. Teresa Dohms-Warnecke

Tel 02581/6362-157
Fax 02581/6362-105

E-Mail

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