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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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19.08.2015 | 13:12 Uhr | Uta Helkenberg

Aachen: Gelungene Premiere für erstes Championat der deutschen Zuchtstuten

Tag der deutschen Pferdezucht lockte mit abwechslungsreichem Programm in die Soers

Aachen (fn-press). Die deutsche Pferdezucht nutzte die Wettkampfpause zwischen Dressur, Reining und dem Beginn der Europameisterschaften in Springen, Fahren und Voltigieren, um sich in der Aachener Soers mit einem abwechslungsreichen Sport- und Schauprogramm zu präsentieren. Vom Shetty bis zum Kaltblut, vom Connemara bis zum Friesen, von der Hommage an berühmte Zuchtheroen bis zum Championat für deutsche Zuchtstuten, vom Vormustern an der Hand bis zur großen Hannoveraner Ponyquadrille als krönendem Schlusspunkt – am „Tag der Pferdezucht“ war für jeden etwas dabei. „Der ‚Tag der Pferdezucht‘ war eine großartige Werbung für unsere Pferde und unseren Sport. Speziell für unsere jungen Spring- und Reitpferdestuten war es eine phantastische Gelegenheit, sich hier in Aachen vor dieser tollen Kulisse präsentieren zu können. Wir haben hier eine Demonstration der Vielschichtigkeit und Qualität erleben dürfen, die unsere deutsche Pferdezucht ausmacht“, zog Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer des Bereichs Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung Bilanz.

Das Championat der Deutschen Zuchtstuten feierte in Aachen Premiere. Die Mischung aus Sport und Exterieurbeurteilung kam nicht nur bei Fachleuten, sondern auch bei den pferdebegeisterten Besuchern des „Soerser Dienstags“ gut an. In Dreierreihen standen die Menschen vor dem Vorbereitungsplatz neben der Deutsche-Bank-Arena, um den Kommentaren des rheinischen Zuchtleiters Martin Spoo und seiner bayerischen Amtskollegin Cornelia Back zu lauschen. Der sportliche Teil lief in der überdachten Deutsche-Bank-Arena ab. Zur ersten Siegerin wurde bei den Springpferdestuten die Holsteiner Stute Cansalla (v. Canstakko – Casall) gekürt, gezogen und ausgestellt von dem bekannten Holsteiner Züchter und Körkommissionsmitglied Hans-Joachim Ahsbahs und seiner Tochter Deike (Bokel). Geritten wurde die fünfjährige braune Stute von der gebürtigen US-Amerikanerin Erin Characklis, die auch schon Meredith Michaels-Beerbaums Stute Bella Donna in den Sport gebracht hatte. „Cansalla bewegt sich noch leichtfüßiger als Bella Donna“, lobte Joachim Geilfus, der gemeinsam mit Co-Bundestrainer Heinrich Herrmann Engemann die Bewertung der Stuten im Parcours vornahm. Bei Cansalla griffen die beiden besonders tief in die Notenkiste, vergaben eine 9,0 im ersten Umlauf und die Höchstnote von 9,3 für die zweite Runde. Gemeinsam mit der Bewertung für Typ und Körperbau – jeweils 8,5 – ergab sich eine gewichtete Endnote von 9,02. Auf Platz zwei landete mit der Endote 8,65 die elegante westfälische Schimmelstute Daylight v. Diarado – Cornet Obolensky aus der Zucht von Ralf Blüggel und im Besitz von Ralf und Desirée Blüggel aus Hamm. Im Sattel saß Elena Bröckmann. Ebenfalls aus Westfalen stammt die mit der Endnote 8,55 drittplatzierte Citimara v. Cornonas – Cassini (Züchter: Manfred Merschformann, Delbrück, Besitzer: Dieter Behrenspöhler, Delbrück), die von Sebastian Holtgräve-Osthues vorgestellt wurde.

Stuten mit dem großen „F“ bei den Reitpferden vorne
Der Oldenburger Hengst Fürstenball, ein Nachkomme des Rheinländer Stempelhengstes Florestan, der am „Tag der Pferdezucht“ in einem eigenen Schaubild gewürdigt wurde, stellte bei den Reitpferden nicht nur die Siegerstute, sondern auch die Zweitplatzierte. Mit einem Endstand von 17,8 Punkten, der sich aus den Noten für Schritt (8,5), Trab (9,0), Galopp (9,0) und altersgemäße Ausbildung (9) sowie Typ (9,0) und Körperbau (9,0) zusammensetzte, belegte die dunkelbraune Oldenburger Stute Feeling (v. Fürstenball – Abanos) aus der Zucht von Anette und Thomas Engel aus Bramsche den ersten Platz. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, berichtete ihr Besitzer Thorsten Derichsweiler strahlend. Der 33-jährige Hotelier aus Nürmbrecht, bis vor Kurzem selbst im Sattel bis zur Klasse S erfolgreich, erwarb Feeling als Fohlen auf der Oldenburger Auktion. Aktuell befindet sie sich auf dem Hof Westendarp in Rulle in Ausbildung und wurde von der frisch gebackenen Mannschafts- und Küreuropameisterin der Jungen Reiter, Bianca Nowag vorgestellt. Erst vor wenigen Wochen qualifizierten sich die beiden in Rastede auch fürs Bundeschampionat. Nur ein Zehntel hinter Feeling landete die zweite Fürstenballtochter Fiscarya (v. Fürstenball – His Highness) auf Platz zwei. Die braune Oldenburger Stute, deren herausragenden Schritt die Richter Peter Mannheims und Reinhard Richenhagen mit den Wertnoten 9,5 belohnten, stammt aus der Zucht und im Besitz von Erwin Schaefer aus Carolinensiel und wurde von Gitte Hinrichs vorgestellt. Im Finale der besten drei erhielten beide Stuten von Fremdreiterin Kim Pfeiffer die Note 9,0. Etwas knapper fiel ihr Urteil bei der Rheinländer Stute Fine Rhapsodie v. Feedback – De Niro aus, die in Aachen von Lisa Lindner präsentiert wurde. Die erst dreijährige Stute aus der Zucht und im Besitz von Ulla Karzorke (Essen) erzielte für ihr Exterieur die 9,5, die Bestnote aller 15 Teilnehmerinnen. Mit einem Endstand von 17,25 Punkten wurde sie Dritte.

Hommage an Florestan und Donnerhall
Mit den drei Finalistinnen Feeling, Fiscarya und Fine Rhapsodie entwickelte sich das erste Championat der deutschen Reitpferdestuten zu einer Hommage an den Rheinländer Stempelhengst Florestan, dem wohl bedeutendsten Nachkommen des Linienbegründers Furioso II. Ihm war am „Tag der deutschen Pferdezucht“ ein eigenes Schaubild gewidmet, bei dem der Oldenburger Hauptprämiensieger For Romance (v. Fürst Romancier) vom Dressurpferde Leistungszentrum Lodbergen, der bis zur Klasse S erfolgreiche Hannoveraner Wallach Faustus (v. Falsterbo) sowie der Fahrpferde-Bundeschampion Flavis (v. Flanigan) ihren berühmten Vorfahren im Beisein seines Züchters, Eberhard Schulte-Böcker aus Geilenkirchen, die Ehre erwiesen.

Gustav-Rau-Medaille für Donnerhall-Züchter Otto Gärtner
Eine ganze besondere Auszeichnung erwartete auch den Züchter des „Jahrhunderthengstes“ Donnerhall, dessen Nachkommen auf den Dressurvierecken in aller Welt für Furore sorgen. Otto Gärtner, vor 35 Jahren der „Erfinder“ Donnerhalls durch Anpaarung seiner Stute Ninette an den Rapphengst Donnerwetter, wurde mit der Gustav-Rau-Medaille in Bronze ausgezeichnet. Begleitet wurde der 88-jährige Travenhorster von Ulrike Gräfin Walderdorff als Repräsentantin der Familie Schulte-Frohlinde. Ihr Vater, Otto Schulte-Frohlinde, kaufte Donnerhall als Fohlen, brachte ihn auf den Grönwohldhof, wo er sowohl unter dem Sattel von Karin und Herbert Rehbein, als auch als Vererber eine nahezu einzigartige Karriere machte. Donnerhall hinterließ der deutschen Pferdezucht allein in Deutschland 2.241 registrierte Fohlen, 114 gekörte Söhne sowie 235 Staatsprämienstuten. Eine davon ist Contenance, Oldenburger Brillantringstute des Jahres 1998, und Mutter der Hengste Sir Donnerhall I und II. Sie vertrat in der Soers die Farben ihres berühmten Vaters, ebenso wie der bis Grand Prix erfolgreiche Oldenburger Hengst Donner Hit. Ebenfalls zu sehen waren die Donnerhall-Enkel Dante Weltino, Reservesieger der Oldenburger Körung 2009 und im vergangenen Jahr beim Nürnberger Burgpokal platziert, und der NRW-Beschäler Dankeschön, beide von Danone I abstammend. Über Dancier-De Niro ist der Hannoveraner Prämienhengst Danciano mit Donnerhall verbunden. Auch er machte seinem „Urgroßpapa“ seine Aufwartung, wie auch die Süddeutsche Vizechampionesse 2012, Da Luna Piena SB, deren Vater Desparados FRH, nur wenige Tage zuvor mit seiner Reiterin Kristina Bröring-Sprehe das Aachener Publikum mit zwei Silbermedaillen zu Begeisterungsstürmen veranlasst hatte. Hb

Die Ergebnisse des Championats der deutschen Zuchtstuten gibt es als Anlage auf der Seite www.pferd-aktuell.de/bundesschauen/reitpferde/reitpferde


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