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03.08.2014 | 20:04 Uhr | fn-press

Junioren-EM Voltigieren: Drei Medaillen für Deutschland

Team Brakel und Miro Rengel holen in Kaposvár Silber, Chiara Congia Bronze

Kaposvár (fn-press). Die deutschen U18-Voltigierer haben bei den Junioren-Europameisterschaften im ungarischen Kaposvar drei Medaillen gewonnen. Das Juniorteam Brakel (Westfalen) und Miro Rengel (Köln) holten sich in einem spannenden Finale Silber. Chiara Congia gewann die abschließende Kür und schob sich damit noch auf den Bronze-Rang vor.

Es wurde ein wirklich dramatisches Finale. Bei den Teams liefen die führenden Österreicher entsprechend der vorabendlichen Startfolge-Auslosung deutlich vor Deutschland in den Zirkel des Pannon Pferdesportzentrums in Kaposvár ein. Die Vertreter der Alpenrepublik blieben auf Darwin nicht fehlerfrei, das Pferd fiel sogar zweimal in den Trab. Hoffnung bei den deutschen Fans keimte auf, denn das Juniorteam Brakel lag nach Pflicht und der ersten Kür nur knapp hinter den Österreichern. Als letzte Mannschaft trat das Team um Longenführerin Anna Brinkmann mit Dachico schließlich an. Die folgende vierminütige Kürdarbietung, thematisch aufgearbeitet unter dem Motto des Kinohits „Die Tribute von Panem“, war nahezu fehlerfrei. Co-Bundestrainer Kai Vorberg heizte die Fanschar im Kessel von Kaposvár zu enthusiatischem Jubel an. Allerdings vergebens: Brakel blieb in der finalen Kür mit 7,93 Punkten überraschend hinter dem österreichischen Club 43 (8,011) – und auch im Gesamtergebnis. Deutschlands Endnote lautete 7,622, Österreich kam auf 7,727. Rang drei ging nach Italien (7,348).

„Brakel hat sich im Laufe der Saison extrem steigern können. Es gab in diesem Jahr vier Nationen auf sehr hohem Leistungsniveau, die Chancen auf Gold hatten. Silber ist ein Erfolg für uns. Zumal das Team zwei sehr gute Küren gezeigt hat und in den Monaten vor dem Championat bienenfleißig gearbeitet hat“, gab Bundestrainerin Ulla Ramge zu Protokoll und resümierte zufrieden: „Wir haben mit der Entscheidung, Brakel zu nominieren, das absolut richtige Signal gesetzt. Das Team hat bewiesen, dass mit viel Fleiß im Training auch große Ziele erreicht werden können.“ 

Bei den Herren konnte sich der Kölner Miro Rengel mit einer nehazu fehlerfreien Kür im Finale noch auf den Silberrang vorschieben. 8,189 Punkte erhielt der 18-Jährige auf seine „Universum“-Kür mit Sir Bernhard RS von der Wintermühle (Longe: Nina Vorberg) – und damit 7,785 Punkte im Gesamtergebnis. Besser war bei diesem Championat nur der ungarische Lokalmatador Balázs Bence (7,894), der mit seiner Goldmedaille zum Stolz seiner Landsleute zugleich das erste Edelmetall in der ungarischen Voltigiergeschichte einfuhr. Einen großen Absturz musste Tom Vollmer hinnehmen. Der Fredenbecker kam heute mit seinem Pferd Don Zeno (Longe: Gesa Bührig) nicht in die nötige Harmonie und fiel von Rang vier auf Platz neun ab.

Bei den Damen holte Newcomerin Chiara Congia mit Celebration (Longe: Alexandra Dietrich) überraschend noch die Bronzemedaille. Das Edelmetall verdankte sie zwar auch der bis dato zweitplatzierten Österreicherin Nicole Kirbisch, die in den letzten zehn Sekunden ihrer Kür noch stützte und die Medaille aus der Hand gab. Allerdings überzeugte die 17-Jährige das sechsköpfige Richtergremium auch mit der eigenen Leistung. Überragend: Die junge Frau vom VFZ Mainz-Ebersheim gewann die abschließende Kür gegen die starken Österreicherinnen, holte als einzige Teilnehmerin zweimal über 8,3 Punkte. Am Ende stand sie mit 7,88 Zählern in der Totalen auf dem Podest. Vor ihr rangierten die Österreicherinnen Eva Nagiller (8,073) und Alina Barosch (7,931). Sophie Hofmann (Kemmenau) kam mit Sir Bernhard RS von der Wintermühleauf (Nina Vorberg) auf Rang sechs (7,673), Laureen Groß aus Bielefeld mit Diabolus (Simone Drewell) auf Platz acht (7,619).

Im Pas-de-Deux-Wettbewerb, den Deutschland in diesem Jahr nicht besetzt hatte, siegten die Vorjahressieger aus Österreich, Heike Hulla und Sandrine Fliecker, vor zwei italienischen Duos. Im Medaillenspiegel siegte Österreich (dreimal Gold, einmal Silber, einmal Bronze) vor Deutschland (0/2/1) und Italien (0/1/2). Im ewigen Vergleich zwischen den Teams liegt Deutschland im Mannschaftswettbewerb im Übrigen aber noch vor Österreich. Seit 2005 werden Championate auf U18-Ebene ausgetragen. Nach der zehnten Auflage in Kaposvár steht es nun in Hinblick auf die Siege im Teamwettbewerb 6:4 für Deutschland.

„Wir haben in allen drei Wettbewerben eine Medaille geholt. Das ist erfreulich und entspricht der Zielsetzung. Natürlich streben wir auch in den Einzelwettbewerben künftig wieder Gold an. Wir wollen das Ergebnis so nicht auf uns sitzen lassen. Die nächste Generation ist stark, da sehe ich viel Potenzial. Bei den Herren werden wir noch gezielter fördern, da gibt es auch schon konkrete Konzepte. Es ist auf jeden Fall eine Menge Licht am Ende des Tunnels“, sagte Ramge abschließend. FN/Daniel Kaiser

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