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29.08.2015 | 22:00 Uhr | fn-press

DM Alsfeld: Engelberty und Jacobs sind die Premierenmeister

Kölner Pas-de-Deux gewinnt / Umlauf-Siege für Neuss-Grimlinghausen, Thomas Brüsewitz und Corinna Knauf

Alsfeld (fn-press). Pia Engelberty und Torben Jacobs haben heute in Alsfeld ein Stück Voltigier-Geschichte geschrieben. Bei den ersten offiziellen Deutschen Meisterschaften im Doppelvoltigieren sicherten sich die Kölner die Goldmedaille. In den weiteren Tagesumläufen siegten Neuss-Grimlinghausen (Rheinland), Thomas Brüsewitz (Garbsen) und Corinna Knauf (Köln).

Im vergangenen Jahr waren sie in dieser Kombination bereits Bundessieger, dominieren ihre Disziplin seit mehreren Jahren. Am heutigen Samstag folgte nun die nationale Pas-de-Deux-Krönung für Pia Engelberty und Torben Jacobs. In der Hessenhalle gewannen die 25-jährige angehende Lehrerin und der 23-jährige Medizinstudent auf dem Rücken von Danny Boy – longiert von Patric Looser – in souveräner Manier die Prüfung im Doppel. Nach dem Sieg im ersten Durchgang (8,813) schafften die Rheinländer mit ihrer Vampir-Kür sogar noch einmal eine Steigerung im heutigen Finale und streckten nach zwei Minuten höchster Voltigierkunst zurecht die Hände nach oben. 8,928 Zähler vergab das Richtergremium – machte im Querschnitt 8,871. „Damit sind wir super zufrieden“, sagte Jacobs. Die frisch gekürten Vize-Europameister von Aachen werden morgen in der offiziellen Siegerehrung mit den allerersten Goldmedaillen geehrt.
Für Bundestrainerin Ulla Ramge sind Engelberty und Jacobs würdige Premieren-Meister. „Sie haben es sich mit zwei fantastischen Durchgängen verdient“, sagte die Warendorferin. Die Nationaltrainerin freute sich vor allem, dass mit den nationalen Titelkämpfen in Alsfeld nun endlich auch die Doppelvoltigierer ihre offizielle Deutsche Meisterschaft haben. Auf internationaler Ebene gab es seit 2009 Europameisterschaften, seit 2012 Weltmeisterschaften und seit der Saison 2013/14 auch einen eigenen Weltcup. „Aus Trainersicht ist die DM im Pas-de-Deux lange überfällig, weil das Niveau, seit es Championatsdisziplin ist, deutlich angezogen ist. Von daher ist es schön, dass sich der Kreis nun schließt und wir unsere Medaillengewinner, die ja seit mehreren Jahren international für uns Medaillen gewinnen, auch als Deutsche Meister küren dürfen“, sagte Kai Vorberg. Der Co-Bundestrainer sprach in Bezug auf das turnerische Level dieses Premieren-DM-Wettbewerbs von „Licht und Schatten“ und von einer großen Vielfalt. Dies sei für eine DM nicht ungewöhnlich. „Genau dafür ist ja eine Deutsche Meisterschaft auch da. Sie bietet ein Highlight für in der Breite und Qualität nicht ganz so starke Verbände“, sagte der 33-Jährige.
Pia Engelberty beendete mit ihrem Auftritt in Alsfeld im Übrigen ihre letzte Sommersaison. Beim Weltcup 2015/16 wird die Kölnerin mit ihrem Partner Jacobs noch einmal antreten und ihre hocherfolgreiche Karriere, die unter anderem mit der Silbermedaille bei den Weltreiterspielen in Caen gekrönt wurde, dann beenden.
Auf den Silberrang in Alsfeld turnten die Trainings- und Bundeskaderpartner der Sieger: Gera Marie Grün und Justin Van Gerven, ebenfalls mit Danny Boy. Das Duo kam auf starke 8,681 Punkte und rangierte damit äußerst souverän auf Platz zwei. „Wir hatten heute den besten Durchgang der Saison“, freute sich der Sportsoldat Van Gerven.
7,893 Punkte und somit Platz drei erturnten sich Markus Cohaus und Lena Feldhues vom Voltigierverein Metelen. Die Westfalen liefen mit Wizzard und Longenführerin Kerstin Bock in den Alsfelder Zirkel. Die Plätze vier und fünf gingen an Michaela Herzog/Anja Traub (7,162/Baden-Württemberg) sowie Felix Maaß und Marilena Ploog (7,045/Schleswig-Holstein). Das dritte Bundeskader-Duo – Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes (6,971/Westfalen) – musste sich mit Platz sechs zufrieden geben. „Sie sind leider unter ihren Möglichkeiten geblieben“, bedauerte Vorberg. Für den Warendorfer sei bei dieser DM deutlich geworden, dass die Disziplin Doppelvoltigieren immer ernster genommen wird und sich das Niveau hebt. „Man merkt, dass gewisse Vorerfahrungen aus Einzel oder Gruppe da sein müssen, um mithalten zu können. Ein Doppel lässt sich nicht mal eben so zusammenwürfeln.“ Der Disziplintrainer verdeutlichte aber auch, dass von Seiten des Bundestrainerstabs eine Menge Arbeit investiert werden muss, um das aktuelle Niveau im internationalen Vergleich zu halten.

Bei den Mannschaften stand heute die erste Kür auf dem Programm. Dabei lieferten sich die Top-Teams einen Schlagabtausch auf allerhöchstem Level. Der Tagessieg ging an die Europameister aus dem Rheinland: Der RSV Neuss-Grimlinghausen – frisch gekürter Europameister – kassierte mit Delia FRH die Traumnote 9,446. „Eine solche Wertung hatten wir zuletzt 2006 bei den Weltreiterspielen in Aachen“, sagte Trainerin Jessica Lichtenberg. Für Jubelstürme bei den Fans sorgten auch die Voltigierer vom VV Ingelsberg. Die Bayern um FN-Voltigiermeister Alexander Hartl kamen auf dem Rücken von Lazio auf überzeugende 9,288 Punkte. Platz drei sicherten sich die Pferdeakrobaten vom RV Fredenbeck (Hannover). Die Schützlinge um Trainerin Gesa Bührig turnten auf Wizaro zu 8,973 Punkten. Platz vier ging an Mainz-Laubenheim (8,606/Rheinland-Pfalz), Rang fünf an den VV Köln-Dünnwald (8,553/Rheinland.)

In den Einzeldisziplinen gingen die Akteure heute mit dem Technikprogramm an den Start. Bei den Herren sicherte sich Thomas Brüsewitz (Garbsen) mit 8,265 Punkten auf Airbus (Longe: Irina Lenkeit) den Sieg vor dem bislang Führenden Jannis Drewell aus Steinhagen (8,164). Das hauchdünne Duell um den DM-Titel wird morgen mit der finalen Kür entschieden. Bei den Damen holte sich Corinna Knauf aus Köln auf Fabiola (Alexandra Knauf) mit 8,176 Zählern den Tagessieg vor der Westfälin Christine Kuhirt (8,147) und Theresa-Sophie Bresch aus Baden-Württemberg (7,92).

Der morgige Finaltag in Alsfeld wird ab 8 Uhr mit den abschließenden Küren der Damen eingeleitet. Ab 10:35 Uhr folgen die Herren. Die Teams ermitteln ab 12:30 Uhr ihren Deutschen Meister anno 2015.

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