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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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04.05.2014 | 23:23 Uhr | fn-press

CVI*** Ermelo/NED: Drei Siege für Deutsches Team

Mainz-Laubenheim, Thomas Brüsewitz und Engelberty/Jacobs triumphieren

Ermelo (fn-press). Das deutsche Team hat beim CVI*** im niederländischen Ermelo mit einer hervorragenden Mannschaftsleistung aufgetrumpft: Drei der vier Siege auf Drei-Sterne-Niveau sicherte sich die Mannschaft, die von Disziplintrainer und Equipechef Kai Vorberg betreut wurde.

Von „Licht und Schatten“ sprach Kai Vorberg im Anschluss an die erste große internationale Standortbestimmung in diesem Jahr in der niederländischen Provinz Gelderland. „Wir haben viele sehr gute Programm und Pferde gesehen, aber auch einige  Aktive, die noch eine Menge Arbeit vor sich haben“, fasste der 32-Jährige zusammen.

Großes Lob richtete der ehemalige Spitzenvoltigierer an Thomas Brüsewitz, der gemeinsam mit Longenführerin Irina Lenkeit und Pferd Puccini mit einem Sieg überzeugte. Vorberg sprach in Anbetracht des Turnierverlaufs von einem „taktisch geprägten Wettkampf, in dem Thomas seine strategischen Stärken unter Beweis gestellt hat“. Im Technikprogramm und in der Kür war das Trio aus dem Landesverband Hannover an die Grenzen des harmonischen Miteinanders gestoßen. Der 19-jährige Garbsener behielt jedoch die Nerven und stellte seine Programme blitzschnell auf die widrigen Gegebenheiten ein. „Er hat in diesen Situationen genau das Richtige getan,um noch die besten Noten mitzunehmen. Dabei hat er sich auf die Unsicherheiten seines Pferdes eingestellt und hat ihm damit abschließend noch ein gutes Gefühl gegeben.Das war wichtig für beide und somit eine ganz reife Leistung“, urteilte Vorberg. Dabei habe das Ausnahmetalent die eine oder andere Höchstschwierigkeit streichen müssen. Vorberg: „Für das Pferd war das aber genau die richtige Entscheidung.“ Mit 7,861 Punkten nach drei Umläufen reichte es dennoch für Brüsewitz, um den EM-Bronzemedaillengewinner Stefan Csandl aus Österreich auf Platz zwei (7,854) zu verweisen, gefolgt vom Hamburger Malte Mölle auf dem dritten Rang. Der 19-Jährige voltigierte bei seinem ersten Senior-Wettkampf auf dem souverän seine Runden ziehenden Highlander – vorgestellt von Winnie Schlüter – zu 7,467 Zählern und sorgte damit für die größte Überraschung in der Herren-Konkurrenz. „Malte hatte ein sehr ordentliches Technikprogramm und eine gute Kür. Wenn er seine Schwächen in den Schwungelementen in der Pflicht in den Griff bekommt, hat er perspektivisch alle Möglichkeiten“, sagte Vorberg. Weniger überzeugen konnten dieses Mal Viktor Brüsewitz und Jannik Heiland (beide Garbsen). Die Bundeskader-Athleten hatten Probleme im Zusammenspiel mit ihren Pferden und landeten am Ende auf den Rängen fünf und elf.

Auch bei den deutschen Damen lief es noch nicht optimal. Die Hamburgerin Kristina Boe verbuchte einen Sturz im Technikprogramm und beendete den Wettkampf auf Don de la Mar (Longe: Winnie Schlüter) mit 7,624 Punkten auf Platz fünf. Die Premiere ihrer 2014er-Kür – in der sie den Charakter Bellatrix Lestrange aus den Harry-Potter-Romanen interpretiert – präsentierte sie laut Vorberg „souverän und mit sehr guter Ausstrahlung“. Auch Christine Kuhirt aus Bochum, die vor zwei Wochen beim CVI*** im französischen Saumur auf Platz zwei turnte, kam nicht ohne größere Abzüge durch den Wettkampf. Beim ersten Auftritt mit ihrem neuen Pferd Rayo de la Luz (Stefan Lotzmann) verbuchte sie einige Unstimmigkeiten in ihrer Kür, was sie nach vielversprechendem Auftakt auf Platz acht (7,417) abrutschen ließ. „Sie ist dennoch im Hinblick auf die Saison sehr konkurrenzfähig“, erklärte Vorberg. Beste deutsche Teilnehmerin war beim Sieg der Britin Joanne Eccles (8,401) die Kölnerin Corinna Knauf. Die amtierende Deutsche Meisterin startete auf ihrem Pferd Fabiola (Alexandra Knauf) mit für sie unüblichen Schwierigkeiten in der Pflicht in den Wettbewerb, steigerte sich anschließend aber und musste neben Eccles nur noch der Europameisterin Rikke Laumann (Dänemark) den Vortritt lassen. Für eine Überrascheng sorgte derweil Gianna Meier auf Fuzzy (Stefan Lotzmann). Die 18-Jährige habe bei ihrem ersten Senior-Start in ihrer ersten Senior-Saison „die Konkurrenz überrascht und durchaus auf sich aufmerksam gemacht“ (O-Ton Vorberg). Die Westfälin freute sich über einen hervorragenden Rang sechs. „Gianna hat vor allem in der Pflicht einen großen Fortschritt im Vergleich zum vergangenen Jahr gemacht“, sagte Vorberg.

Eine Kuriosität ereignete sich im Mannschaftswettbewerb. Nach einem klaren Sieg in der Pflicht lag das Team Mainz-Laubenheim auf Elevation – longiert von Hanne Strübel – auf Siegkurs. Auch in der ersten Kür demonstrierte die Mannschaft der Voltigiermeisterin aus Rheinland-Pfalz seine Dominanz im Vergleich zur Konkurrenz. Kurz vor der abschließenden Kür dann die Hiobsbotschaft: Teammitglied Sophie Hofmann hatte sich während ihres Einzelstarts (CVI 2* Junioren) verletzt und konnte nicht auflaufen. Deshalb musste das Team die finale Kür in dezimierter Besetzung absolvieren. Doch auch mit nur fünf Aktiven konnten die Deutschen den Sieg ins Ziel retten und beendeten das Turnier mit 7,69 Punkten – gefolgt von den Baden-Württembergern aus Nordheim, die mit Luigi (Longe: Andrea Blatz) auf 7,528 Zähler kamen. „Mainz-Laubenheim, das bekannt für seine Kürstärke ist, hat die schwierige Situation sehr gut gemeistert, aber auch Nordheim hat hier ein sehr gutes Bild abgegeben“, urteilte Kai Vorberg.

Positiv fiel das Urteil des Co-Bundestrainers auch im Hinblick auf den Pas-de-Deux-Wettbewerb aus. Alle drei deutschen Bundeskader-Vertretungen schafften es am Ende auf das Podest. Die Zweiten des vergangenen Gesamt-Weltcups, Pia Engelberty und Torben Jacobs aus Köln, wurden mit ihrem neuen und sehr ausdrucksstarken Programm als Tarzan und Jane ihrer Favoritenrolle auf Danny Boy (Longe: Patric Looser) gerecht und siegten nach zwei Kürdurchgängen mit 8,196 Punkten vor ihren Trainingspartnern und Vereinskollegen Gera Marie Grün und Justin van Gerven (7,859), die ebenfalls auf Danny Boy antraten. Kristina Boe und Malte Möller verbuchten mit Rasputin (Kerstin Bock) 7,738 Punkte. „Das war ein sehr guter Einstand. Damit sind wir hochzufrieden. Alle Duos sind auf einem sehr guten Weg. Die interne Konkurrenzsituation scheint alle anzustacheln und führt zu insgesamt noch besseren Leistungen. In der Pas-de-Deux-Kategorie sehe ich uns in diesem Jahr in einer sehr komfortablen Situation“, sagte Kai Vorberg.

Ebenfalls positiv auffallen konnte Chiara Congia auf Celebration (Alexandra Dietrich). Die Offenbacherin kam im Zwei-Sterne-Wettbewerb bei den Junioren mit 7,141 Punkten auf Rang zwei. „Sie hatte eine bemerkenswert fließende, harmonische und ansprechende Kür, damit könnte sie sich durchaus für weitere Aufgaben empfohlen haben“, verriet Vorberg. FN/Daniel Kaiser

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