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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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15.02.2016 | 17:00 Uhr | fn-press

Gerrit Nieberg: Interview mit dem Sieger der ersten Etappe des U25 Springpokals 2016

Der 22-Jährige über sein Pferd Contagio und die Tipps von Vater Lars

Braunschweig (fn-press). Bereits zum dritten Mal war das internationale Braunschweiger Turnier Löwen Classics Gastgeber der Auftaktetappe von Deutschlands U25 Springpokal. Diesmal hieß der Sieger der Finalqualifikation Gerrit Nieberg (Sendenhorst). Der 22-Jährige hat bereits seine Ausbildung zum Pferdewirt hinter sich und arbeitet nun mit seinem Vater, Mannschafts-Olympiasieger Lars Nieberg, zusammen auf Gut Berl im Münsterland.

Gerrit, Sie haben dem Zweitplatzierten mehr als dreieinhalb Sekunden abgenommen und keiner wundert sich mehr darüber als sie selbst?
Gerrit Nieberg: Ja, ich wollte eine solide Nullrunde im Stechen drehen und das ist mir auch gut geglückt. Wir waren zu viert im Stechen und ich wusste, dass die beiden, die nach mir noch kommen, die schnelleren Pferde haben. Dass es am Ende so ausgeht, hat mich selbst total verblüfft, aber ich freue mich riesig.

Noch dazu sitzen Sie erst sehr kurz im Sattel ihres Siegerpferdes Contagio…
Gerrit Nieberg: Ich habe ihn erst Anfang dieses Jahres von meinem Bruder Max übernommen. Ich war vorher zwei Jahre am DOKR (Deutsches Olympiade-Komitee für Reiterei), habe dort meine Lehre zum Pferdewirt Schwerpunkt Reiten gemacht und bin gerade im Januar zum Gut Berl zurückgekehrt. Hier arbeite ich jetzt als Bereiter zusammen mit meinem Vater, der Gestütsleiter ist, und mein Bruder ist für einige Zeit in die USA gegangen, so dass ich einige seiner Pferde übernommen habe – auch Contagio. Mein Vater hatte ihn zusammen mit Katarina Geller-Herr schon zweijährig auf der Holsteiner Körung gekauft.

Nach der Kürze ihrer gemeinsamen Zeit: Was macht Contagio für Sie aus?
Gerrit Nieberg: Er hat eine sehr gute Grundeinstellung, ist sehr leistungsbereit, hat enormes Grundvermögen und macht es dem Reiter sehr einfach. Man kann ihn wunderbar passend zu den Sprüngen reiten, er ist sehr gut zu kontrollieren. Das einzige, was ich überhaupt bemängeln könnte, ist sein etwas zu langsamer Ablauf.

Sie waren schon im vergangenen Jahr bei einigen Stationen des U25 Springpokals dabei, mit dem Finale hat es noch nicht ganz geklappt. Dieses Jahr sind Sie gleich mit zwei Pferden nach Braunschweig gekommen. Wie ist Ihr Plan?
Gerrit Nieberg: Ich bin am ersten Tag in Braunschweig neben Contagio auch noch mit Olivia la Sweet an den Start gegangen und war da auch schon sehr zufrieden, leider hatten beide am vorletzten Sprung einen Fehler. Das war etwas unglücklich. Aber ich habe zurzeit einige gute Pferde zum Reiten und möchte unheimlich gerne beim Springpokal-Finale in Aachen dabei sein. Ich war schon öfter mal in Aachen, wenn mein Vater am Start war. Es war schon immer ein Traum, selbst mal in dieses Stadion einzureiten!

Ihr Vater war in Braunschweig dabei. Welchen Tipp hatte er Ihnen vor dem Stechen gegeben?
Gerrit Nieberg: Mein Vater und ich versuchen, so oft wie möglich auf dieselben Turniere zu fahren und auch dabei hilft mir der U25 Springpokal. Ohne diese Serie hätte ich niemals in Braunschweig reiten dürfen. Das ist schon mal einfach klasse für uns junge Leute, dass wir auf den großen Turnieren mit dem Springpokal Erfahrung sammeln dürfen. Mein Vater und ich gehen dann immer zusammen die Parcours ab und in Braunschweig waren wir uns einig, dass Contagio nicht der Schnellste ist, dass andere schnellere Pferde haben. Deshalb hat mein Vater gesagt, ich soll im Stechen nicht übertreiben. Das hat sich als richtige Methode bewahrheitet. Ich probiere das umzusetzen, was mein Vater sagt, und dann klappt das auch meistens.

Was ist Ihr langfristiger Plan nach der Ausbildung zum Steuerfachangestellten und Pferdewirt?
Gerrit Nieberg: Ich möchte auf jeden Fall gerne auf Gut Berl bleiben, weiter reiten und mich im Sport weiter verbessern – mit Hilfe meines Vaters. Wir verstehen uns sehr gut und er ist bei allem sehr entspannt.

Das Interview führte Kim Kreling.

Zum Hintergrund von Deutschlands U25 Springpokal: Die Nachwuchsserie, initiiert von den Bundestrainern Otto Becker und Heinrich-Hermann Engemann, wird ermöglicht durch die Familie Müter (Elmgestüt Drei Eichen) und die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport. Die Serie für unter 25-jährige Reiterinnen und Reiter führt die Teilnehmer 2016 über drei renommierte Turniere zum Finale in Aachen. Nach Braunschweig folgen die Stationen in Mannheim (6. bis 10. Mai) und in Balve im Rahmen der Deutschen Meisterschaften (2. bis 4. Juni). Die besten Reiterinnen und Reiter der einzelnen Etappen qualifizieren sich für das Finale beim CHIO in Aachen (12. bis 17. Juli). Ziel der Serie ist es, dem Nachwuchs durch Startmöglichkeiten bei renommierten Turnieren und intensive Betreuung durch die Bundestrainer den Weg in den internationalen Spitzensport zu ebnen. Aus der Reihe der Finalteilnehmer wird anschließend ein Team für einen Nationenpreis der Senioren beschickt. Der Finalsieger des U25 Springpokals qualifiziert sich außerdem direkt für die European Youngster Cup (EY-Cup) Finalveranstaltung 2016.

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