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Aachen (fn-press). Emotionaler Höhepunkt der Voltigier-Wettbewerbe beim CHIO Aachen: Im Anschluss an den Nationenpreis wurde Kai Vorberg, zweifacher Welt- und Europameister und fünffacher CHIO-Sieger, in der Albert-Vahle-Halle vor ausverkauftem Haus von ehemaligen Wegbegleitern und seinem Team der Jugendreitergruppe Köln aus dem Profisport verabschiedet.
Um dem 30-Jährigen einen würdigen Abschluss zu bereiten, schwangen sich Legenden und engste Wegbegleiter mehrerer Generationen noch einmal auf den Pferderücken. Unter anderem Nadia Ehning (ehemals Zülow). „Ich wollte eigentlich nie wieder vor Publikum turnen. Das hier mache ich nur für dich, Kai“, sagte die 34-Jährige und trieb dem frisch gebackenen Pferdewirtschaftsmeister und zahlreichen Fans endgültig die Tränen in die Augen.
Auch der amtierende Weltmeister Patric Looser (SUI) – Vorbergs ehemaliger Trainingspartner in Köln – sowie Nicola Ströh (Weltmeisterin 2004 und 2008 und vor kurzem erst Mutter geworden), Are Tautz und der dreimalige Weltmeister Christoph Lensing boten Vorberg eine exklusive Abschieds-Show und begeisterten das Publikum. „Kai Vorberg ist eine andere Liga. Für uns in Aachen bist und bleibst du Weltmeister“, sagte Frank Kempermann, Vorstandvorsitzender des Aachen-Laurensberger Rennvereins e. V. (ALRV).
Helma Schwarzmann und Ulla Ramge – die beiden Bundestrainerinnen, die Vorberg auf seinem erfolgreichen Weg begleiteten – richteten sich mit einer persönlichen Laudatio an den Ausnahmesportler. „Du bist ein außergewöhnlicher Mensch, der nicht immer leicht ist. Aber es war fast immer schön mit dir“, sagte Schwarzmann mit einem Augenzwinkern. „Disziplin, Siegeswille, mentale Stärke und Zielstrebigkeit gehören zu deinen Eigenschaften. Du bist in allen Bereichen des Pferdesports ein großes Vorbild“, würdigte Ramge den deutschen Rekordmeister.
Vorberg, der auf Sir Bernhard RS von der Wintermühle und longiert von seiner langjährigen Begleiterin Kirsten Graf noch einmal seine komplette Mozart-Kür aus dem Jahr 2006 präsentierte, zeigte sich erleichtert. Nach einem Bandscheibenvorfall Ende 2010 musste er abrupt und unfreiwillig aus dem aktiven Sport ausschieden. Nun turnte er sogar noch einmal seinen freien Radabgang. „Jetzt kann ich endlich richtig abschließen“, kommentierte der Ex-Kölner und Neu-Warendorfer, der seit Mai als Nachwuchsführungskraft bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) tätig ist und seiner Nina vor Kurzem das Ja-Wort gab.
Für Vorberg war Aachen der perfekte Ort für die Verabschiedung. Hier hatte er sich 2006 mit dem überragenden Triumph bei den Welttitelkämpfen zur Legende seiner Sportart gemacht. „Was du für das Voltigieren getan hast, ist von unschätzbarem Wert“, sagte der ehemalige FN-Sportchef Reinhard Wendt. Vorberg war es, der nicht nur unzählige Nachwuchstalente, sondern einst auch den 65-Jährigen für die Pferdeakrobatik begeistern konnte. FN/Daniel Kaiser