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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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28.05.2012 | 16:36 Uhr | Uta Helkenberg

Deutsche Nachwuchsdressurreiter in Wiesbaden für die EM gesichtet

Dominierend: Sanneke und Semmieke Rothenberger und Vivien Niemann

Wiesbaden (fn-press). Auch in diesem Jahr war das Pfingstturnier in Wiesbaden für den deutschen Dressurreiternachwuchs eine wichtige Adresse. Vor der Kulisse des Biebricher Schlosses fand für die Ponyreiter, Junioren und Jungen Reiter die erste Sichtung für die Europameisterschaften statt. Drei Reiterinnen dominierten die Szene: die Bad Homburgerinnen Sanneke Rothenberger (Junge Reiter) und ihre kleine Schwester Semmieke (Ponys) sowie Vivien Niemann aus Mannheim (Junioren). 

Zwei Prüfungen waren zu absolvieren. Zunächst die EM-Mannschaftsaufgabe der jeweiligen Altersklasse und eine Kür auf entsprechendem Niveau. Hier setzte sich bei den Junioren Europameisterin Vivien Niemann mit Wirsol’s Cipollini vom Fleck weg an die Spitze. Als erste Starterin erhielt sie 73,55 Prozentpunkte. Das konnte niemand mehr überbieten. Dennoch arbeitet die Siegerin gerade an einer neuen Kür. Sie soll schwieriger werden, die Musikrichtung aber bleibt . „Wieder Songs von Lady Gaga“, verriet Vivien Niemann. Schon in der ersten Prüfung hatten vier der fünf Richter Vivien Niemann auf dem Platz eins gesehen, dennoch reichte nur für Platz zwei hinter Maxi Kira von Platen (Wietze) mit Flamencos Girl. Die fünfte Richterin am Richtergremium habe sich daran gestört, dass Vivien Niemann ihr Pferd gelegentlich durch Zungeschnalzen aufmunterte, wusste Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen zu berichten. In der Kür tauschten Niemann und von Platen dann die Plätze. Maxi Kira von Platen wurde mit 72,55 Prozentpunkten Zweite. Die Plätze drei und vier machten die beiden westfälischen Reiterinnen Claire-Louise Averkorn (Nottuln) und Bianca Nowag (Ostbevern) unter sich aus. Am ersten Tag lag die ehemalige Mannschaftseuropameisterin mit dem 1,76 Meter großen Westfalen Dauerbrenner (v. Democraat) vorne, in der Kür dann Averkorn mit dem achtjährigen Hannoveraner Condio S. Sie kam auf 70,8 Prozentpunkte, Nowag auf 68,850. Die zweifache Vize-Europameisterin Pia-Katharina Voigtländer (Berlin) präsentierte ihre EM-Kür zu Titeln der Musicals Grease und Rocky Horror Picture Show, kam damit aber nur auf Platz fünf. 

Unangefochtene Nummer eins bei den Ponyreitern war Semmieke Rothenberger, jüngster Spross der erfolgreichen deutsch-niederländischen Reitsportfamilie. Die Zwölfjährige war gleich mit zwei Ponys am Start – beide ehemalige Europameister – wobei die Richter in beiden Prüfungen der zehnjährige Palomino-Stute Golden Girl v. FS Don’t Worry den Vorzug gaben. Kinderlieder aus Pipi Langstrumpf und Biene Maja gaben den musikalischen Ton in der Kür des Paares vor, die mit 77,65 Prozentpunkten belohnt wurde. Damit schlug sich die Reiterin selbst, nachdem sie das Feld zunächst  ihrem zweiten Pony Deinhard B angeführt hatte (75,9). Auf dem dritten Platz landete Anouk Wiemers mit der erst siebenjährigen Stute Die feine Chanel (75,25), im vergangenen Jahr Dritte bei den Bundeschampionaten in Warendorf. Ebenfalls mit zwei Ponys kam auch Lena Charlotte Walterscheidt (Mönchengladbach) nach Wiesbaden, von denen am ersten Tag Don Davidoff, in der Kür dann Equestricons Lord Champion das bessere Ergebnis erzielte. MIt nur noch neun Paaren in der Kür stellten die Ponyreiter in Wiesbaden das kleinste Starterfeld. 

In der Kür der Jungen Reiter machte es Sanneke Rothenberger ihrer kleinen Schwester nach. Die 19-Jährige saß allerdings nicht im Sattel ihres bisherigen Erfolgspferdes Deveraux OLD, mit dem sie im vergangenen Jahr drei Goldmedaillen bei den Europameisterschaften holte. Stattdessen startete sie mit der 13-jährigen Hannoveraner Stute Wolke Sieben (v. Wolkenstein), mit der sie bereits beim Preis der Besten Zweite wurde. In Wiesbaden hatte sie in der Kür mit 76,75 Prozentpunkten die Nase vorn. Zweite und Dritte wurde ihre langjährige EM-Teamkollegin Louisa Lüttgen (Kerpen) mit ihren beiden Pferden Habitus (73,3) und Diamantenbörse OLD (73,2). Gefallen fanden die Richter auch an der Kür von Petra Middelberg (Glandorf) und ihrem zehnjährigen Moncassado (72,95). Die 18-Jährige startete in diesem Jahr erstmals beim Preis der Besten, wurde Achte und verdiente sich damit die Startgenehmigung für Wiesbaden. Ebenfalls Newcomerin im Kreis der EM-Kandidaten ist Juliette Piotrowski (Kaarst). Die Rheinische Meisterin, die bis vor zwei Jahren fast ausschließlich Springen ritt, kam wie Lüttgen mit zwei Pferden nach Wiesbaden und wurde mit 15-jährigen Flick-Flack Fünfte (71,75). Weniger gut lief die Kür für Preis-der-Besten-Siegerin Charlott Maria Schürmann (Gehrde). Die Triple-Junioreneuropameisterin von 2010 hatte mit Burlington die erste Prüfung noch gewinnen können. Patzer in der Galopptour kosteten das Paar in der Kür jedoch wertvolle Punkte (Platz acht). Pechvogel des Tages war allerdings Tara Schneider. Während des Ritts blieb die CD mit ihrer Kürmusik „hängen“. Nach einigen Hin und Her durften die 21-jährige Düsseldorferin und ihr Little Diamond noch einmal von vorne beginnen. Schneider bewies starke Nerven und kam am Ende auf Platz zehn. 

Reitabzeichen-Filme

FN-Film zum Reitabzeichen 10

Was muss man können?

Welche Anforderungen bei den verschiedenen Reitabzeichen erfüllt werden müssen, erfährt man in diesen Filmbeiträgen der FN. Bei den Reitabzeichen handelt es sich um ein zehnstufiges Qualifikationssystem, mit dem man sich reiterlich vom Anfänger zum Könner entwickeln kann.