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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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17.06.2012 | 21:37 Uhr | fn-press

CVI*** Krumke: Neuss löst WM-Ticket nach Le Mans

Rheinländer gewinnen abschließende Sichtung in der Altmark / CHIO-Teilnehmer werden benannt

Krumke. Der RSV Neuss-Grimlinghausen vertritt Deutschland bei den FEI World Championships in Le Mans vom 15. bis 19. August. Die Mannschaft von Trainerin Jessica Schmitz setzte sich beim abschließenden WM-Sichtungsturnier im Rahmen des CVI*** in Krumke (Sachsen-Anhalt) auf Arkansas mit 8,492 Punkten gegen den VV Ingelsberg (8,303) durch. Die Einzelwettbewerbe gewannen Erik Oese (Radebeul) und Kristina Boe (Hamburg). Für die abschließende Sichtungsstation beim CHIO in Aachen (29. Juni bis 1. Juli) wurden neben Boe und Oese nominiert: Regina Burgmayr (Kastenseeon), Jennifer Braun (Regensburg), Sarah Kay (Sörup), Jannik Heiland (Seevetal), Torben Jacobs (Köln) und Viktor Brüsewitz (Garbsen).

Die Ingelsberger bewiesen im Moment der Niederlage Größe. Alexander Hartl, Meistertrainer des VVI und dreifacher Mannschaftsweltmeister, war der erste Gratulant und wünschte Schmitz viel Erfolg für die Welttitelkämpfe, die vom 15. bis 19. August im französischen Le Mans ausgetragen werden. „Natürlich sind wir enttäuscht“, sagte der 46-Jährige, „aber die Neusserinnen haben verdient gewonnen, sie haben eine fantastische Kür. Vor dem hohen Niveau, das die Mannschaft seit vielen Jahren konstant hält, habe ich großen Respekt.“

Die Neusserinnen, die sich erstmals unter Trainerin Jessica Schmitz zwei Jahre aufeinander für ein Championat qualifizieren konnten, hatten in der Altmark einen Start-Ziel-Sieg auf den Sand gelegt. Bereits nach der Pflicht lagen die Rheinländerinnen mit zwei Zehntel Punkten Vorsprung vor dem Dauerrivalen aus Bayern. In der Kür, in der das Team beim Preis der Besten im Mai noch deutlich hinter Ingelsberg rangierte, bestätigten die Neusserinnen dann ihre derzeitige Vormachtstellung im bundesweiten Voltigiersport und setzten sich in beiden Durchgängen mit erneut jeweils zwei Zehntel Punkten vor Ingelsberg.

„Wir sind sehr glücklich, dass wir uns so gut präsentieren konnten“, gab Schmitz zu Protokoll. „Es hat Spaß gemacht, hier anzutreten. Wir haben uns keinen großen Druck gemacht. Das tat allen sehr gut. Wir haben sehr befreit auftreten können“, resümierte die Longenführerin. Der Triumph war für die Neusserin nach einem turbulenten CVI-Auftakt keine Selbstverständlichkeit. Während der Anreise brachte eine unvorhergesehene Bremsung auf einer Landstraße Vierbeiner Arkansas auf dem Pferdetransporter aus dem Gleichgewicht. Der 14-jährige Westfalen-Wallach stürzte, saß zunächst auf den Hinterbeinen und versuchte sich anschließend durch die kleine Vordertür des Hängers zu befreien. Nachdem Turnierschrank und Trennwand von der Ladefläche geholt worden waren, steckte das Voltigierpferd schließlich völlig erschöpft fest und wurde in mühevoller Arbeit mit vereinten Kräften durch die vordere Tür befreit.

Schnittwunden und Hämatome machten eine Turnier-Teilnahme zunächst unwahrscheinlich. „Wir waren froh, dass alles so glimpflich verlaufen ist“, erzählte Schmitz, die das Pferd mit ihrer Mannschaft am Donnerstag lediglich im Schritt bewegen konnte. Dr. Augusto Fernandez gab dann unverhofft Entwarnung. Der deutsche Mannschaftstierarzt stellte keine schwerwiegenden Verletzungen oder entscheidende Bewegungseinschränkungen beim Erfolgspferd fest und gab grünes Licht für die CVI-Teilnahme. „Wir waren glücklich, überhaupt starten zu können“, sagte Schmitz. Die Trainerin sprach ihrer gesamte Mannschaft und Pferdepflegerin Sabine Berger angesichts der souveränen Meisterung der schwierigen Situation ein Lob aus: „Ich bin stolz auf Arkansas und die Mädels, die die Nerven behalten haben“, sagte die 30-jährige Diplomsportwissenschaftlerin.

Die Ränge drei bis sieben des Krumker 3*-Teamwettbewerbs gingen im Übrigen ebenfalls an deutsche Vertretungen: Salzmünde (7,154), RV Nordheim (6,885), RFZV Hubertus Herne (6,861), Mainz-Ebersheim (6,844) und Schäferhof (6,642).

Bei den Herren offenbarte sich ein absolutes Novum: Durch einen Sturz im finalen Kürdurchgang hatte Erik Oese seinen großen Vorsprung gegenüber Viktor Brüsewitz (Garbsen) auf Rockard H (Longenführerin: Silke Gedien) eingebüßt. Die beiden Deutschen verbuchten schließlich exakt dieselbe Wertnote von 7,394 Punkten. Das bedeutete dennoch nicht den geteilten ersten Rang. Denn der Sachse hatte in der Pflicht vor Brüsewitz gelegen, was laut Stauten des Regelwerks den entscheidenden Aspekt für die Platzierung darstellt.

Für den amtierenden Deutschen Meister Oese war das CVI*** Krumke der erste Wettkampf auf dem Rücken von Sir Bernhard RS von der Wintermühle und an der Seite von Longenführer Kai Vorberg. Der zehnjährige Oldenburger Schimmel vom mehrfachen Welt- und Europameister wurde von Bundestrainerin Ulla Ramge vermittelt, nachdem sein etatmäßiger Vierbeiner Calvador als „nicht championatstauglich“ eingestuft wurde.

Drei Trainingseinheiten in Warendorf reichten allerdings noch nicht aus, um an die Leistung vom Preis der Besten anzuknüpfen. Nachdem sich Oese in den ersten beiden Umläufen (Pflicht und Technikprogramm) einen komfortablen Vorsprung vor dem restlichen Starterfeld herausgeturnt hatte, stürzte er bei einem Rad – im Programm des Radebeulers ein verhältnismäßig leichtes Element – vom Pferd. Longenführer Vorberg wertete den ersten Auftritt des neuen Gespanns dennoch als Erfolg und zog ein positives Fazit. Der Sturz war „unglücklich, aber nicht dramatisch“, sagte der 30-Jährige. „So etwas wird Erik mit Sicherheit nicht noch einmal passieren“, gab der Ex-Kölner und Neu-Warendorfer zu Protokoll. Oese selbst sprach von „deutlichen Reserven, die noch in mir stecken“.

Auf Rang drei in Krumke landete der Tscheche Lukas Klouda auf Harry Potter RS von der Wintermühle (Alexandra Knauf), gefolgt von Torben Jacobs (ebenfalls auf Harry Potter), der von der Arbeitsgruppe Spitzensport des DOKR die Startberechtigung für den CHIO Aachen erhielt. Ebenso wie Jannik Heiland, der den Pflichtauftakt auf Dance of Gold (Silke Gedien) gewonnen hatte, das Turnier aber verletzungsbedingt abbrechen musste. In Aachen werden drei der vier Teilnehmer für den WM-Start in Le Mans bestimmt.

Dieses Verfahren gilt auch für die Damen. Allerdings wurden die CHIO-Tickets in Krumke nicht anhand der Platzierung vergeben. Kristina Boe galt nach ihrem Preis-der-Besten-Triumph eh als heißeste Anwärterin auf Aachen. Auf Le Beau (Winnie Schlüter) bestätigte die Medizinstudentin vor allem in der Kür ihre derzeitige herausragende Form und holte sich mit 7,952 Punkten den Sieg. Auf Rang zwei landete Theresa-Sophie Bresch (7,701 Punkte/Tübingen) vom Landesverband Baden-Württemberg auf Cyrano (Doris Marquard), gefolgt von Susanne Schmidt (7,644/München) auf Lazio (Alexander Hartl). Beide Damen wurden allerdings nicht für Aachen nominiert. Die Startberechtigungen gingen an die Fünft- sowie Sechstplatzierte: Regina Burgmayr startete ebenfalls auf Lazio (Alexander Hartl) und kam auf 7,549 Zähler. Jennifer Braun (7,489) war auf Willow (Verena Rosenkranz) unterwegs. Ebenfalls für den CHIO nominiert ist Sarah Kay, die sich an diesem Wochenende in Dänemark auf die abschließende WM-Qualifikation in Aachen verbereitete.

Den Pas-de-Deux-Wettbewerb in Krumke gewannen Johanna Schumann und Martina Köhler auf Freaky Frances (Marie Arlt) mit 7,791 Punkten. Das Duo erturnte sich damit einen Startplatz für den CHIO in Aachen. Einen solchen hatten Theresa-Sophie Bresch und Daniel Rein bereits beim Preis der Besten im Mai erhalten. In Krumke landeten die Baden-Württemberger auf Cyrano (Doris Marquard) auf Platz zwei. In Aachen fällt auch im Doppel die Entscheidung, wer Deutschland in Le Mans vertritt. Daniel Kaiser

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