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Pferderassen: Welsh B
Sportponys für Einsteiger
Sie sehen aus wie Mini-Araber, sind aber eine ganz robuste, in ihrer Heimat teilweise halbwild gehaltene englische Ponyrasse, auf der so manches Kind erste Turnierschleifen holt: Die Welsh Ponys. In diesem Rasseportrait stellen wie die Welsh Sektion B genauer vor.
A, B, C, D: Es ist gar nicht so einfach, den richtigen Durchblick bei den verschiedenen Welsh-Ponys zu bekommen. Die beliebte Rasse wird in verschiedene Sektionen von A bis D eingeteilt. Den kleinsten Welsh- "Zwerg" (Sektion A) mit ca. 1,22 Meter Stockmaß vom mächtigen, großen Welsh-Cob (Sektion D) zu unterscheiden, ist nicht schwer. Doch es gibt noch zwei "Zwischengrößen", die Welsh B- und C-Ponys. Diesmal erfahrt Ihr alles die Rasse Welsh-B, ein besonders vielseitiges Reit- und Turnierpony für Kids, das auch vor der Kutsche eine tolle Figur macht.
Für die Welsh-Sektion B wurde der züchterische Grundstock in Großbritannien erst 1931 gelegt. Der Wunsch nach einem etwas größeren, sportbetonteren Pony für die Kinder, denen das Welsh-A nun zu klein war, wurde immer größer.
Zu dieser Zeit nahm man eigentlich bereits nur noch Ponys die rein Welsh gezogen waren, ins Stutbuch auf. Um aber dem gewünschten (größeren) Typ des Welsh-B (bis 1,37 Meter Stockmaß) näher zu kommen, wurden zwei Halb-Orientalen zur Zucht zugelassen: der 1924 geborene Tanybwlch Berwyn - Sohn eines 1,49 Meter großen Berbers namens Sahara und der Welsh A Stute Brynhir Black Star, und der 1927 geborene Craven Cyrus, Sohn des Araber-Hengstes King Cyrus, ebenfalls aus einer A-Stute.
Bis 1944 waren diese beiden Hengstlinien die einzigen in der jungen B-Zucht. In diesem Jahr kam Criban Victor zur Welt, Sohn des Welsh Mountain Hengstes Criban Winston, der auf der Mutterseite seines Pedigrees Cob-Blut (Sektion D) führte. Er lieferte wertvolles Zuchtmaterial, denn er wurde in die Sektion B eingetragen, was einige Jahre später nicht mehr möglich gewesen wäre.
Um die Zucht auf eine breitere Basis zu stellen und ein höheres Stockmaß zu sichern wurde 1930 ein neues System eingeführt. Dort konnten Stuten ohne registrierte Abstammung (häufig sparten sich die Bauern die Kosten der Eintragung, wenn ein Welsh-A zum Beispiel ohnehin aus dem Maß wuchs, d.h. über 1,22 Meter Stockmaß) nach einer Typ-Beurteilung als sogenannte "Foundation-Stock-Stute" (FS-Stute) registriert werden. Die weibliche Nachzucht dieser Stuten und eines voll registrierten Hengstes konnte ebenfalls nach einer guten Beurteilung, ob sie dem korrekten Welsh-Typ entsprach, als FS 1 Stute registriert werden. Die weibliche Nachzucht einer FS 1 Stute von einem registrierte Welsh-Hengst wurde ins FS 2 Register eingetragen.
Sowohl männliche, als auch weibliche Nachzucht aus FS 2 Stuten und einem registrierten Hengst konnten dann ohne zusätzliche Inspektion ins Stutbuch eingetragen werden. So verfuhren die Züchter bei allen Welsh Sektionen, das System kam allerdings besonders bei den Sektionen B und C zum Tragen.
Das in Deutschland wohl bekannteste walisische Welsh B-Gestüt ist das 1946 gegründete Downland. Der berühmteste Hengst des Gestüts, Downland Chevalier, hat deutliche Spuren in der entstehenden deutschen Reitponyzucht hinterlassen. Downland-Blut war heiß begehrt, und viele der erfolgreichsten deutschen Reitponys führen es in ihrem Pedigree. Downland Fleetfoot wurde in Westfalen als "Sir" registriert, brachte acht gekörte Söhne, unter anderem den Körungssieger 1974 Shalom, dessen Enkelin Nadin Mutter des heute so populären Dressurponyhengstes Dressman ist.
Auch in Holland verdankt man einen der Stempelhengste der Reitponyzucht dem berühmten Gestüt Downland. Downland Folklore, geboren 1977, hat aber auch in Deutschland eine große Schar bekannter Söhne und Enkel wie z.B. Valentino, Pony Power Darling Boy, Folklore oder Zandheuvel`s Sunny Boy.
Das Welsh-B ist züchterische Grundlage für das ca. zehn Zentimeter größere Deutsche Reitpony. Zwar wünscht man sich in der Welsh B-Zucht gute Grundgangarten, Springvermögen und Leistungsbereitschaft, aber ebenso wichtig bleiben Umgänglichkeit und ein freundlicher Charakter, vor allem gegenüber dem schwächeren Kind. Ein "heißer Ofen" hat in der Welsh B-Zucht nichts verloren.
Auch im Fahrsport werden Welsh-Ponys gerne eingesetzt. Überzeugte Welsh-Fahrer wie zum Beispiel Tobias Bücker sprechen oft von der kürzeren Regenerationsphase (die Ponys haben nach vollbrachter Leistung sehr schnell wieder normale Puls- und Atemwerte) der Welsh-B gegenüber anderen Pony-Rassen und denken, dass das am relativ hohen Araber- und Vollblutanteil liegt. Welsh B bringen in allen Sportdisziplinen ausgezeichnete Leistungen und "leiden" dabei überhaupt nicht unter ihrem rassebedingt kleineren Stockmaß. So schaffen immer wieder auch kleine B-Hengste die Leistungsprüfung unter dem Sattel mit gutem Ergebnis wie zum Beispiel der 1,30 Meter große Tassilo 2000 in Neustadt/Dosse.
In mittlerweile allen Pony betreuenden Zuchtverbänden in Deutschland wird heute die Sektion B der Welsh Ponys betreut.
Einen Link findet Ihr auf der rechten Seite.
Infos zur IG (Interessengemeinschaft) Welsh findet Ihr im Rasseportrait der Welsh-A (Welsh Mountain Pony).
Steckbrief
Rasse: Welsh-Pony (Sektion B)
Herkunft: Großbritannien
Größe: bis 1,37 Meter Stockmaß
Farben: alle Farben außer Schecken
Gebäude:
Kopf: edel, trocken, nicht zu lang, breite Stirn, großes lebhaftes Auge, zierliche, gut angesetzte Ohren, Ganaschenfreiheit
Hals: genügend lang, gut angesetzt, schlank und fein bei Stuten, gewölbt mit gutem Aufsatz bei Hengsten, leichtes Genick
Körper: stark bemuskelter, mittellanger, leicht geschwungener Rücken, melonenförmige, längliche Kruppe mit guter Behosung und gut angesetztem, schön getragenem Schweif, große Gurtentiefe und gute Rippenwölbung, lange, schräge, gut gelagerte Schulter mit nicht zu hohem Widerrist
Fundament: kräftig, trocken, kurze, ovale Röhren, markante Gelenke, mittellang gefesselt, gut geformte, runde, feste Hufe
Bewegungsablauf: raumgreifend, elastisch frei aus der Schulter, mit energischem Antritt und Schub aus der Hinterhand, Takt
Einsatzmöglichkeiten: vielseitiges Reit- und Turnierpony für Kinder sowie für den Fahrsport.
Besondere Merkmale: zuverlässig, gutwillig und leistungsbereit, anspruchslos in Haltung und Umgang. Aus dem Welsh-Mountain-Pony durch gezielte Kreuzungen gezüchtetes Kinderreitpony. Das Stutbuch ist seit 1960 geschlossen.

