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Interessengemeinschaft Fjordpferd (IGF) e.V.
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Pferderassen: Fjordpferd
Coole Falben
Ob Norweger, Fjord oder Vestlandpferd, gemeint ist immer die gleiche Pferderasse. Ihr erkennt die hübschen Fjordpferde mit den verschiedenen Falbschattierungen im Fell besonders an der zweifarbigen Mähne, die meist rassetypisch kurz geschnitten ist, so dass die schwarzen Mittelhaare höher stehen als die weißen Haare an den Seiten der Mähne. So kann man den Aalstrich, der sich vom Stirnschopf über den Rücken bis in die Schweifhaare fortsetzt, besonders gut erkennen. Es gibt aber auch viele Fjordpferdebesitzer, die die Mähne lang wachsen lassen, weil dies das natürliche Haarkleid dieser Pferde ist und besser vor Insekten, Nässe und Kälte schützt.
Die Norweger bezeichnen ihre Pferde als "Vestlandhest". Im rauen Land der Fjorde verdienten sich die kräftigen Ponys früher als Zug- und Tragtiere ihren Hafer bei den Bauern. Von seiner Abstammung her ist das Fjordpferd verwandt mit nordeuropäischen Ponyrassen. Es hat viel Ähnlichkeit mit Ponys aus England und Schottland.
Vermutlich sind die urprünglichen Vorfahren der Pferde aus dem hohen Norden aus Asien über die finnische Landbrücke nach Skandinavien eingewandert. Daher kommt auch die augenfällige Ähnlichkeit zum Urwildferd, dem Przewalski-Pferd. Mit ihm hat es die Wildpferdzeichen gemeinsam: Falbfarbe, Aalstrich und manchmal auch die Zebrafärbungen an den Beinen. Nicht alle Norweger zeigen diese Merkmale in gleicher Deutlichkeit. Fjordpferde sind aber immer falbfarben. Es gibt braunfalbe Pferde (von dunkelbraunfalb bis hellbraunfalb) rotfalbe, weißfalbe, gelbfalbe und graufalbe Pferde.
Hier findet Ihr die international anerkannte Zuchtzielbeschreibung!
Zuchtgeschichte
Wusstet Ihr, dass die Fjordpferde noch Mitte des 19. Jahrhunderts einen Stockmaß von etwa 1,25 Metern hatten? Erst als der Staat verordnete, in der Zucht Döle-Hengste einzusetzen, wurden die Fjords größer.
Ein wichtiges Datum in der Zuchtgeschichte der hübschen Falben ist das Jahr 1864. Von da an gab es eine richtige Zuchtbuchführung und die Fjordpferde wurden rein weitergezüchtet. Stammvater der Fjordpferde ist der Hengst Njal. Sein Söhne Bergfast, Hakon Jarl und Oejarblakken begründeten mit ihm die wichtigsten Hengstlinien. Die Dänen waren ebenfalls begeistert von den freundlichen, genügsamen und arbeitswilligen Pferden und setzten sie um 1930 in der Landwirtschaft ein. Nach 1945 kamen die Fjords auch auf Bauernhöfe nach Deutschland, wo kleine, kräftige Helfer für die Arbeit auf den Feldern gefragt waren.
In den 60er Jahren ging die Zahl der Arbeitspferde wieder rapide zurück, als Trecker ihren Job mehr und mehr übernahmen.
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Etwas später waren Fjordpferde aber wieder als vielseitige Freizeitpferd gefragt. Auch das Zuchtziel hat sich den neuen Anforderungen angepasst. Gezüchtet werden weder zu dünne und leichte Reitpferde, noch der Typ "schweres Ackerpferd".
Norweger sind heute Reit- und Fahrpferde für den Breitensport mit ihren seit Jahrhunderten typischen Rassemerkmalen. Der unkomplizierte Charakter macht das Fjordpferd zu einem sehr zuverlässigen Freizeitpferd, das Fehler von Kindern und Reitanfängern leichter verzeiht als ein hochblütiges Pony. Bei Fahrprüfungen und kleinen Dressur-, Spring- und Geländewettbewerben kann man mit einem gut ausgebildeten Fjordpferd auch vorne mit dabei sein. Der Hals wird heute in der Zucht etwas länger gewünscht und betont so die guten Reiteigenschaften der übrigens sehr bequem zu sitzenden Allroundpferde.
Wie die Islandpferde sind auch Fjords viel besser im Offenstall als in der Box aufgehoben. Bei Licht, Luft und Bewegung halten sich die robusten Nordponys am liebsten das ganze Jahr draußen auf.
Steckbrief
Rasse: Fjord
Herkunft: Norwegen
Größe: Es gibt weder eine obere noch eine untere Grössenbeschränkung, dabei liegt das angestrebte Stockmass am Widerrist liegt zwischen 135 cm und 150 cm (13'1" - 14'3").
Farben: Weißfalb, Braunfalb, Gelbfalb, Rotfalb, Graufalb, Wildzeichnung
Gebäude
Kopf: breitflächige Stirn, gerader bis leicht konkaver Nasenrücken, ausdrucksvolle Augen, weit auseinanderstehende kleine Ohren
Hals: gut aufgesetzt, zum Kopf hin schmaler werdend, genügend Ganaschenfreiheit
Körper: großlinig, im Rechteckformat stehend, große Schulter, gute Sattellage, elastischer Rücken mit guter Verbindung
Fundament: trocken, korrekt, mit ausgeprägten, starken Gelenken, harte Hufe in passendem Größenverhältnis zum Körper
Bewegungsablauf: raumgreifend; energische, taktreine Grundgangarten mit Antrieb und Schub aus der Hinterhand
Einsatzmöglichkeiten: Reit- und Fahrpferd für die ganze Familie, Breitensport, Distanz- und Wanderreiten, Western- und Fahrsport
Besondere Merkmale: robust, ausgeglichen, gelehrig, gutmütig, leistungsstark und langlebig


