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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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Zuchtwissen: Hengstkörung

Zukünftige Vatertiere im Blickpunkt

© Jürgen StroscherIm Leben eines vielversprechenden Junghengstes wird es im Alter ab zwei Jahren erstmals ernst. Denn dann muss er bei der Körung eine Prüfungskommission von seiner Eignung für den zukünftigen Zuchteinsatz überzeugen. Nicht jeder Hengst wird automatisch von den Zuchtverbänden für den Deckeinsatz zugelassen.

Soll ein Hengst in der Pferdezucht eingesetzt werden, muss sein Besitzer ihn zur Körung vorstellen. Um zur Körung zugelassen zu werden, sollte das Pferd mindestens zwei Jahre alt und gesund sein, sowie über mehrere Generationen seine Abstammung nachweisen können. Die genauen Bestimmungen sind von Verband zu Verband unterschiedlich. Beim Hannoveraner Verband heißt es beispielsweise dazu: Die Hengste müssen ein Mindestalter von zwei Jahren, die Grundfarbe Rappe, Braun, Fuchs oder Schimmel haben, und die Väter sowie die Väter der fünf weiblichen Vorfahren in der direkten Mutterlinie müssen Hengste sein, die im Hengstbuch I des jeweiligen Verbandes eingetragen sind, bzw. eingetragen werden können.

Schwerpunktmäßig wird bei der Körung das äußere Erscheinungsbild, sprich das sogenannte Exterieur beurteilt. Je nach Rasse und Ursprung der Pferde sind die an die Hengste gestellten Anforderungen unterschiedlich. Fester Bestandteil einer Körung von Reitpferden und vielen Ponyrassen ist das Vormustern im Stand, Schritt und Trab sowohl auf festen Untergrund, als auch das Vorstellen in der Dreiecksbahn. Dabei wird die Korrektheit des Körperbaus, der Raumgriff und der Schwung der Grundgangarten von der Körkommission begutachtet. In der Regel findet auch noch ein Freilaufen und Freispringen statt, wobei vor allem die Sprungtechnik und nicht die überwundene Höhe entscheidend ist. Das Springen von Kaltblütern oder Gangpferden wird natürlich nicht verlangt. Auch das Longieren hält inzwischen bei verschiedenen Zuchtverbänden Einzug.

„Gekört“ ist ein Hengst, wenn er in der Abstammung die Voraussetzungen für die Eintragung in das Hengstbuch I erfüllt. Außerdem muss er Mindestanforderungen in seinem äußeren Erscheinungsbild erfüllen. „Vorläufig nicht gekört“ lautet das Urteil, wenn der Hengst diesen Kriterien nicht entspricht, aber zu erwarten ist, dass er sie in der Zukunft noch entwickeln wird. Dann kann zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal vorgestellt werden. Damit sollen für jeden zu prüfenden Hengst gleiche Voraussetzungen geschaffen und so einen geeigneten Vergleich zu den anderen Hengsten hergestellt werden. Alternativ zur Hengstleistungsprüfung gibt es für Reitpferde die Möglichkeit, über Turniererfolge den geforderten Leistungsnachweis zu erbringen, was gerade für ältere Hengste im Sport von großer Bedeutung ist. Außerdem kann unter bestimmten Bedingungen auch eine Kombination von Stationstest und Sporteinsatz erfolgen.

Wenn die Körung erfolgreich für den Bewerber gelaufen ist, muss der Hengst in einem zweiten Schritt an einer Leistungsprüfung teilnehmen. Reitpferde und Reitponys müssen sich einer Hengstleistungsprüfung unterziehen. Seit dem Jahr 2000 wird diese Prüfung in einen 30-tägigen Veranlagungstest und einen 70-tägigen Leistungstest unterteilt. Bei den Tests werden neben Springveranlagung, Rittigkeit und Bewegungsablauf auch das Interieur, also die „inneren“ Eigenschaften eines Hengstes wie Charakter, Temperament, Leistungsbereitschaft und die Konstitution, bewertet. Auf dieser Grundlage wird ein Gesamtbenotung sowie ein Dressur- und Springindex erstellt.

Die Körung kann für jeden Hengst nur einmal durchlaufen werden, und nur mit dem Eintrag ins Deutsche Zuchtbuch ist er für den Deckeinsatz zugelassen.

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