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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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Das richtige Pferd/Pony finden (Teil 2)

Jürgen StroscherVon der Auswahl bis zur Ankaufsuntersuchung: In der letzten „pferdenah“-Ausgabe haben wir eine zweiteilige Folge rund um den Pferdekauf gestartet. Wie finde ich mein Traumpferd? Und woran erkenne ich, dass wir wirklich gut zueinander passen? Bevor es losgeht mit der Suche, sollte man sich ganz persönliche Checkliste zusammenstellen und diese Fragen ehrlich beantworten (siehe Teil 1). Gemeinsam mit dem Ausbilder als Ratgeber ist man dann schon mal gut vorbereitet auf das erste Probereiten. Mehr über das Probereiten, den Besuch beim Händler/ bei der Auktion sowie zu den Preisen und zur Ankaufsuntersuchung lest ihr jetzt in Teil 2.

Checklisten, Fachwissen und Experten-Meinungen sind natürlich eine ganz wichtige Voraussetzung beim Pferdekauf. Aber eins darf man nicht vergessen: Sympathie entscheidet auf jeden Fall auch mit. Man sollte sich nur das Pferd aussuchen, das man mag, und das einem wirklich gefällt. Der sogenannte „Funke“ sollte schon überspringen.

Pferdehändler haben oft die größte Auswahl an Pferden. Das ist natürlich einerseits ein Vorteil, andererseits kennen die Händler die Pferde meistens selbst nicht so genau. Denn es herrscht dort ein schnelles Kommen und Gehen. Pferde die beim Händler landen, haben oft eine Vorgeschichte, die nicht mehr lückenlos zurückzuverfolgen ist. Durch wie viele Hände sind sie bereits gegangen? Wie wurden sie dort gehalten und versorgt (regelmäßige Wurmkur/ Schmied)? Über die Charaktereigenschaften und die Ausbildung kann hier nicht immer ausführlich Auskunft gegeben werden, wenn das Pferd zum Beispiel erst seit kurzer Zeit auf dem Hof steht. Auf den Auktionen verschiedener deutscher Zuchtverbände werden ausgesuchte, überwiegend junge Pferde mit viel Qualität für den Sport angeboten, die man allerdings vorher kurz ausprobieren kann. Sie durchlaufen im Vorfeld einen gesundheitlichen Check und kommen vorwiegend aus erster Hand vom Züchter. Eher abzuraten ist von einem Pferdekauf auf sogenannten Pferdemärkten. Hier kann man das Pferd meist nicht richtig Probe reiten. Und so ein überstürzter Kauf ohne tierärztliche Ankaufsuntersuchung kann auch schnell schief gehen.

Ein guter Ausbildungsstall (am besten mit FN-Kennzeichnung) bietet die Gewähr für eine fachgerechte Ausbildung der Verkaufspferde, die natürlich dann auch ihren Preis haben. Man kann sich aber ausführlich beraten lassen und das Pferd auf Wunsch mehrfach Probe reiten. Beim Pferdekauf von einem Privatbesitzer kann man ebenfalls Glück oder Pech haben. Der größte Glücksfall ist natürlich für den zukünftigen Reiter, wenn er ein Pferd findet, das vorher fachmännisch unter dem Sattel und im Umgang ausgebildet wurde.
Bevor der Reiter seine Wahl trifft, sollte er sich auf jeden Fall mehrere Pferde anschauen, auch wenn gleich das erste „so lieb und hübsch“ ist. Gefällt einem das Pferd, sollte man es ganz in Ruhe ausprobieren. Meistens wird es erst einmal vom Besitzer oder Ausbilder vorgeritten, anschließend darf der Kaufinteressent selbst in den Sattel steigen. Ist dann schon eine Vorentscheidung gefallen, braucht man unbedingt den Rat eines Fachmannes (am besten der eigene Ausbilder). Wichtig: man sollte darauf bestehen, das Pferd beim zweiten Besuch selbst zu putzten und zu satteln, um zu schauen, wie man im Alltag mit dem Vierbeiner klar kommt. Fühlt man sich wohl im Sattel und hat Vertrauen ist das schon mal ein großer Pluspunkt. Auf dem „Test-Programm“ sollte (je nach Ausbildungsstand des Pferdes) auch stehen: ein kleiner Sprung und ein Ausritt ins Gelände in Begleitung. Dann sollte man noch schauen, ob das Pferd sich auch alleine im Schritt von der Reitanlage weg reiten lässt.

Der Preis

Hat man nun sein Wunschpferd oder Wunschpony gefunden, stellt sich die Frage nach dem Preis. Hier gibt es einen alten Spruch, der eigentlich immer zutrifft: „Ein Pferd ist immer so viel wert, wie ein Pferdenarr dafür bezahlt.“ Angebot und Nachfrage bestimmen also den Preis. Man sollte sich nicht zu schnellen Entscheidungen drängen lassen durch Ankündigungen des Verkäufers wie „Morgen ist das Pferd sonst weg.“ Oder „Sie müssen sich sofort entscheiden. Es kommen heute Nachmittag noch vier weitere Interessenten.“ Seriöse Pferdeverkäufer räumen auch ein bisschen Bedenkzeit und ein Vorkaufsrecht ein. Ein älteres, kleines Ponys kostet natürlich weniger als ein bis Klasse A ausgebildetes junges Turnierpferd. Preise können zwischen 1.000 bis 10.000 Euro und natürlich weit darüber hinaus reichen. Das Pferd sollte immer einen Equidenpass mit Abstammungsnachweis besitzen. Und natürlich kostet ein gut ausgebildetes Pferd mit Turniererfolgen zurecht mehr als ein unerfahrenes wenig gerittenes Pferd. Trotzdem gibt es Durchschnittswerte, nach denen man sich richten kann. Der Ausbilder/Experte, der einen berät sollte schon sagen können, ob der vom Verkäufer geforderte Preis angemessen ist. Die Kaufentscheidung sollte selbstverständlich von einer gründlichen tierärztlichen Untersuchung abhängig gemacht werden. Denn die Gesundheit des Pferdes ist – neben dem Preis – wichtigster Punkt des Kaufvertrages, der dann abgeschlossen wird. Der Käufer sollte sich schriftlich zusichern lassen, dass dem Verkäufer keine akuten oder chronischen Erkrankungen des Pferdes bekannt sind.

Ankaufsuntersuchung

Bei der Ankaufsuntersuchung untersucht der Tierarzt des Vertrauens, der in der Regel vom Käufer beauftragt und bezahlt wird, den Allgemeinzustand des Pferdes, mögliche Lahmheiten sowie Herz und Lunge. Wer bei einem hohen Kaufpreis auf Nummer sicher gehen möchte, kann die am meisten beanspruchten Gelenke an Hufen und Beinen röntgen lassen.

Ankunft des neuen Pferdes

Ist das neue Pferd im Stall angekommen, sollte man ihm genug Zeit zum Eingewöhnen geben. Denn alles ist dem Vierbeiner erst einmal fremd: der Stall, das Futter, der Platz zum Putzen, die Reithalle, der Außenplatz und das Gelände sowie die neuen Artgenossen im (Offen)Stall, beziehungsweise auf der Weide. Beim Reiten sollte man mit einem einfachen Programm starten, um sich aneinander zu gewöhnen.

 

Dies ist ein Thema des Newsletters „pferdenah“. Weitere bereits erschienene Themen sind finden Sie hier. Der Newsletter erscheint etwa alle sechs Wochen. Hier geht´s zum kostenlosen Newsletter-Abo.

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Katrin Bickmann

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FN-Film zum Reitabzeichen 10

Was muss man können?

Welche Anforderungen bei den verschiedenen Reitabzeichen erfüllt werden müssen, erfährt man in diesen Filmbeiträgen der FN. Bei den Reitabzeichen handelt es sich um ein zehnstufiges Qualifikationssystem, mit dem man sich reiterlich vom Anfänger zum Könner entwickeln kann.