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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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Alles über die Reitgerte

Reitgerten gibt es in verschiedenen Längen und Materialien. Meist ist der Kern einer Gerte aus biegsamem Fiberglas mit Kunststoff umwickelt. Springreiter benutzen kürzere Gerten, Dressurreiter längere. Mit der Gerte kann der Reiter seine treibenden Hilfen unterstützen. Auf Turnieren sind Gerten nur bis zu einer bestimmten Länge erlaubt.

Aus welchen Materialien werden Gerten eigentlich gefertigt? Und welche Art Gerten benutzten die Reiter, bevor es Gerten aus Kunststoff gab? Früher wurde der Kern der Gerten aus Hölzern wie Haselnussruten, Rattan, Flechten, Weidenstäben oder Holzstäben hergestellt. Heute werden Gerten überwiegen mit einem innen liegenden Fiberglasstab gefertigt.
© Jürgen StroscherDas Ende einer Gerte besteht aus einem etwa handbreiten Griff. Das andere Ende geht dann in einen Stab mit unterschiedlicher Länge und Biegsamkeit über. Je nach Art der Gerte befindet sich am Griff manchmal noch eine Handschlaufe aus Leder oder Kunststoff, die der Reiter um das Handgelenk schlingen kann. Bei den meisten neueren Gerten, die einen sehr stylishen Look haben, sind die Griffe anatomisch so geformt, dass sie gut in der Reiterhand passen und mit geriffelten Bereichen sowie kleinen Noppen der Hand genügend Halt bieten. So wird verhindert, dass die Gerte dem Reiter zu leicht aus der Hand gleitet. Bei einem häufigen „Handwechsel“ der Gerte ist eine Schlaufe eher etwas hinderlich. Einige Gerten haben auch kleine oval geformte Holzteile als Griff-Markierung, die sich gut von der Hand umfassen lassen und ein Herausrutschen verhindern. Am unteren Ende der Gerte werden sowohl kleine versteifte Schnüre eingesetzt (mit Busch am Ende), oder sie enden in einer breiten Lasche (Schlag) die aus einem Stück Leder/Kunststoff bestehen.

Der Reiter kann die Gerte an verschiedenen Stellen des Pferdekörpers einsetzen. Die normale Position für den Gerteneinsatz ist die Flanke des Pferdes, möglichst nahe der Stelle, an der auch der Unterschenkel zur treibenden Hilfe benutzt wird. Bei jungen Pferde treibt der Reiter auch oft mit der Gerte vorne an der Schulter. Zur Verbesserung der Hankenbeugung kann die Gerte bei der Arbeit an der Hand, bzw. vom Boden aus, von einem geübten Ausbilder auch auf der Kruppe des Pferdes eingesetzt werden.

Die Länge der Gerte richtet sich vor allem nach der Pferdesportdisziplin:

Zum Springreiten werden kürzere Gerten ab etwa 50 Zentimeter verwendet, die häufig mit einem verbreiterten Endbereich, der Klatsche, versehen sind.

Dressurreiter benutzen überwiegend Gerten von 1,10 bis 1,30 Zentimeter Länge.

Die auf Turnieren nach der LPO (Leistungs-Prüfungs-Ordnung) erlaubten maximalen Längen für Gerten betragen 75 Zentimeter mit Schlag (Springen) bzw. 120 Zentimeter mit Schlag (Dressur). Welche Ausrüstung für Pferd und Reiter generell auf Turnieren erlaubt sind, kann der Reiter in der LPO nachlesen.

Dressurgerten sind meist länger und dünner als Springgerten und erzeugen bei der Benutzung auch ein anderes Geräusch. Springgerten bestehen meistens aus einem kurzen Griff, einem kurzen, nicht ganz flexiblen Körper von etwa 40 Zentimetern und am Ende einem flachen Lederstück. Das Auftreffen des Lederstücks erzeugt einen klatschenden Laut.

Jockeys im Rennsport benutzen Gerten mit einem kurzen Griff sowie kurzem Körper, dafür aber mit längerem Schlag.

Sogenannte Fahrpeitschen ähneln von der Bauart einer Gerte, sind aber sehr viel länger (ca. zwei Meter) und haben einen recht langen Schlag.

Die Longierpeitsche wird wie der Name schon sagt, zum Longieren von Pferden eingesetzt sowie beim Freilaufen und Freispringen. Die Länge der Longierpeitsche von 1,80 bis 2,50 Meter entspricht meist auch der Länge des Lederschlages. So kann der Longenführer das Pferd auf einem großen Longierzirkel das Pferd mit dem Ende der Peitsche auch noch am Körper touchieren, bzw. eine treibende Hilfe geben. Eine Teleskoppeitsche ist eine in meistens zwei bis drei einzelne Teile zerlegbare oder zusammenschiebbare Peitsche, die einen komfortablen und unauffälligen Transport ermöglicht.

Und so wird die Gerte beim Reiten eingesetzt:

Eine Dressurgerte wird nicht ganz am oberen Ende angefasst, sondern etwas näher an ihrem Schwerpunkt. Dabei zeigt ihr unteres Ende schräg über den Oberschenkel des Reiters abwärts. Ohne mit der Hand im Maul zu stören, wird das Pferd dicht hinter dem Unterschenkel touchiert. Die Dressurgerte kann auch an der Schulter touchieren, um die verwahrende oder seitwärts treibenden Hilfen zu unterstützen. Der Einatz der Gerte ist zweckmäßig bei wenig gerittenen Pferden, um die treibende Einwirkung von Gewicht und Schenkeln zu unterstützen sowie bei weiter ausgebildeten Pferden, die nicht genügend auf den Schenkeldruck reagieren. Der dosierte und richtige Einsatz der Gerte erfordert sehr viel Feinfühligkeit des Reiters. Ein kurzes, präzises Auffordern ist dabei sinnvoller als ein ständiges, abstumpfendes Antippen. Pferde sollten mit Respekt, aber ohne Angst auf die Gertenhilfe reagieren. Niemals darf der Reiter sein Pferd mit der Gerte schlagen. Das Anlegen der Gerte sollte genauso im Bewegungsrhythmus erfolgen wie der vortreibende Schenkeldruck.

Zur Unterstützung der besonders bei Reitanfängern noch nicht gefestigten Hilfengebung empfiehlt sich eine Gerte von 1,10 bis 1,20 Metern Länge. Sie darf nicht zu weich sein, damit sie nicht schon durch die Bewegung des Pferdes ständig im Takt wippt und den Pferdekörper ungewollt berührt. Auf der anderen Seite soll die Gerte natürlich so elastisch sein, dass sie bereits bei kleinsten Bewegungen der sie tragenden Hand gezielt eingesetzt werden kann.

Dies ist ein Thema des Newsletters „pferdenah“. Weitere bereits erschienene Themen sind finden Sie hier. Der Newsletter erscheint etwa alle sechs Wochen. Hier geht´s zum kostenlosen Newsletter-Abo.

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Katrin Bickmann

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Reitabzeichen-Filme

FN-Film zum Reitabzeichen 10

Was muss man können?

Welche Anforderungen bei den verschiedenen Reitabzeichen erfüllt werden müssen, erfährt man in diesen Filmbeiträgen der FN. Bei den Reitabzeichen handelt es sich um ein zehnstufiges Qualifikationssystem, mit dem man sich reiterlich vom Anfänger zum Könner entwickeln kann.