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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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Die Plage mit den Parasiten

© Jürgen Stroscher

Pferde können von zahlreichen Schädlingen befallen werden. Man unterscheidet zwischen äußeren und inneren Parasiten. Zecken, Haarlinge, Läuse oder Fliegen zählen zu den lästigen Plagegeistern, die die Pferde von außen ärgern. Im Inneren des Pferdes können die verschiedensten Wurmarten leben. Würmer müssen das Pferd nicht unmittelbar krankmachen, aber ein ernster Befall  kann für unsere Vierbeiner lebensbedrohlich sein. Deswegen ist das regelmäßige Entwurmen nach Plan besonders wichtig.

Die sogenannten Endoparasiten (lat: endo = in) sind Schädlinge, die sich ganz oder teilweise in den inneren Organen des Pferdekörpers ausbreiten. Die wichtigsten der zu bekämpfenden Parasiten lassen sich in zwei Hauptarten unterteilen. Das sind zum einen die Rundwürmer, zu denen die großen und kleinen Blutwürmer, Spulwürmer, Zwergfadenwürmer und Lungenwürmer gehören. Zur zweiten Erscheinungsform zählen die Bandwürmer und die Magendasseln. Jede Parasitenart kann den Pferdeorganismus in unterschiedlicher Weise schädigen.

Fast jedes Pferd hat einen gewissen Wurmbefall. Darmerkrankungen, die durch Würmer hervorgerufen werden, enden im schlimmsten Fall mit einer Darmentzündung oder Kolik. Äußerlich ist eine Infektion mit inneren Parasiten kaum erkennbar. Es kann durchaus ein gefährlicher Befall eines Pferdes vorliegen, obwohl es gesund erscheint. Anzeichen für eine Infektion können ein stumpfes Fell, Abmagerung, Blähbauch, Wachstumshemmung, Juckreiz an der Schweifrübe, Kolik, Durchfall, Kotwasser oder verminderte Leistungsfähigkeit sein. Treten diese Symptome auf, sollte auf jeden Fall der Tierarzt gerufen werden.

Pferde infizieren sich beispielsweise beim Grasen, wobei sie die aus Wurmeiern ausgeschlüpften Larven aufnehmen. Aus den Larven entwickeln sich ausgewachsene Würmer, die sich im Magen- und Darmtrakt des Pferdes einnisten. Besonders sind Fohlen, heranwachsende Pferde, Senioren und Pferde mit schwachem Immunsystem gefährdet.

Durch Würmer hervorgerufene körperliche Schäden behindern das Wachstum, die gesamte Entwicklung und schädigen die Organe des Pferdes. Ausgewachsene Würmer entziehen dem Pferd wichtige Nährstoffe und befallen die Magen- und Darmschleimhaut. Dadurch kommt es oft zu Mangelerscheinungen und Mangelernährung. Ist das Pferd massiv mit Würmern befallen, kann es dazu führen, dass es sein Futter schlechter verwertet und entsprechend abmagert.

Welche Arten von Würmern gibt es?

Gerade Fohlen werden von Zwergfadenwürmern, einem Lungenwurm, befallen, der durch die Muttermilch aufgenommen wird. Husten, Nasenausfluss und Atemwegsprobleme sind sichtbare Symptome. Die Zwergfadenwürmer bohren Löcher in die Lungen, wodurch sich dort Bakterien besonders gut ausbreiten können. Schon am Tag der Geburt ist eine entsprechende Wurmkur für das Fohlen sinnvoll.

Auch die Larve der Spulwürmer gelangt über den Darmtrakt in der Lunge des Pferdes. Durch Husten gelangt sie wieder in den Darm, wo sie sich zum Wurm heranwächst.

Die Larven der Blutwürmer dagegen wandern durch den gesamten Körper, wodurch Blutgerinnsel entstehen können und im schlimmsten Fall ganze Darmabschnitten lahm gelegt werden können. Auch an der Lunge, Bauchspeicheldrüse und Bauchfell können Blutwürmer ernsthafte Erkrankungen verursachen.

© Jürgen StroscherBandwürmer kommen zwar nicht ganz so häufig vor, dafür sind sie in ihren unterschiedlichen Lebenszyklen in Kotproben aber schwer nachweisbar. Der Bandwurm setzt sich mit seinem vorderen Körperteil in der Schleimhaut des Darms festsetzt. Mit dem Abstoß seiner Endglieder werden die Eier mit dem Kot des Pferdes ausgeschieden. Dann werden die sich auf der Weide entwickelnden Larven wiederum von Zwischenwirten, der kleinen Moosmilbe, gefressen werden. Diese gelangen wiederum mit dem Weidegras in den Pferdekörper. Alle Entwicklungsphasen des Bandwurmes gleichermaßen mit einer Wurmkur zu bekämpfen, ist sehr schwierig.

Ein Befall mit der Pferdedassel oder auch Magenbremse genannt kommt beim Pferd sehr häufig vor. In den Monaten Juni bis September legt diese Fliegenart ihre Eier an den Haarspitzen des Pferdes ab. Beim Ablecken der Eier bohren sich die Larven in Zunge, Zahnfleisch oder Gaumen fest. Dort entwickelt sich eine zweite Larvenform, die dann vom Pferd geschluckt wird und im Magen aber auch im Maul starke Entzündungen hervorruft.

© Jürgen StroscherDeswegen sollten Pferden regelmäßig gegen Würmer behandelt werden. Bei ausgewachsenen Pferde ist vier Mal und beim Fohlen sechs Mal im Jahr eine Wurmkur ratsam. Allerdings haben Untersuchungen gezeigt, dass in den letzten Jahren Wurmparasiten starke Resistenzen gegenüber den unterschiedlichen Wurmmitteln entwickelt haben. Das heißt, daß die Wurmmittel nicht mehr richtig gegen die Parasiten wirken. Hier sollte der Pferdebesitzer mit dem Tierarzt das Vorgehen individuell besprechen und das passende Wurmmittel finden.

© Jürgen StroscherEs kann aber auch jeder Pferdehalter mit einer entsprechenden Hygiene im Stall oder einer optimalen Weidepflege vorbeugend gegen den Wurmbefall bei Pferden etwas tun. In der Pferdebox oder auf dem Paddock sind die Kothaufen regelmäßig zu entfernen. Saubere und trockene Einstreu sollte selbstverständlich sein. Gleiches gilt für die Weide. Damit sich die Eier oder Larven der Parasiten über den Kot nicht so stark im Gras vermehren können, sind auch hier die Kothaufen ständig abzutragen. Geilstellen sollten ausgemäht werden. Mit Pferdemist sollte nur gedüngt werden, wenn dieser lange genug abgelagert wurde und sich in Humus verwandelt hat.

In der Regel sind die äußeren Parasiten nicht so gefährlich wie die inneren Parasiten, aber auch Zecken können schwerwiegende Krankheitserreger übertragen. Bei Zeckenbissen sollten die Zecken entweder sofort mit einer handelsüblichen Zeckenzange entfernt werden oder der Tierarzt gerufen werden, wenn die Stelle entzündet ist.

 

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