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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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Hufkrankheiten

© Jürgen Stroscher

„Gesunder Huf – gesundes Pferd“ heißt ein Spruch, an dem viel Wahres dran ist. Denn wenn beim Lauftier Pferd etwas mit seinen Hufen nicht in Ordnung ist, dann hat das meist Auswirkungen auf andere Bereiche des Pferdekörpers und seine gesamte Verfassung. Wir stellen die häufigsten Hufkrankheiten im Überblick vor.

Wichtig zu wissen: Das Pferd als Haus- und Nutztier bewegt sich heute nicht mehr so, wie es in der freien Natur als Wildpferd der Fall wäre. Beim Ausreiten sind die Hufe oft gepflasterten oder geteerten Wegen ausgesetzt. Im Training müssen sie sich dagegen an weiche Böden in der Halle oder auf dem Reitplatz gewöhnen. Je nach Bodenbeschaffenheit nutzt sich der Huf entweder schneller ab, als er wachsen kann, oder er wächst unkontrolliert ohne den nötigen Abrieb zu bekommen. 

© Jürgen StroscherDer Huf bildet ein kompliziertes, aber lebenswichtiges Zusammenspiel von Knochen, Sehnen, Bändern und den unterschiedlichen Lederhäuten. Jeder Bestandteil des Hufes übernimmt eine wichtige Funktion für den Bewegungsapparat des Pferdes. Deshalb ist eine sorgfältige Hufpflege sehr wichtig. Wenn das Pferd lahmt, kann das zum Beispiel am nicht sachgemäßen Hufbeschlag oder an zu langen Wachstumsphasen des Hufes liegen. Ist das Hufhorn zu lang, führt das meistens zu einer Fehlstellung und belastet dadurch wiederum die Gelenke oder Bänder. Auch kann das Horn brechen und so zu gefährlichen Verletzungen des Hufes führen. Es gibt zahlreiche Huferkrankungen des Pferdes, bei denen sofort der Tierarzt zu Rate gezogen werden muss.

Zur Vorbeugung von Hufkrankheiten spielt eine saubere Pferdebox eine große Rolle. Zu viel Ammoniak durch Urin in der Einstreu, Nässe und Schmutz können schnell zur Huffäule führen. Auch mangelnde Bewegung und weiche Böden tragen dazu bei. Die zahlreichen Bakterien setzen einen Fäulnisprozess in Gang, der den Hufstrahl in eine übel riechende Masse verwandeln kann. Auch kann die Fäulnis auf die Ballen übergreifen und sie im schlimmsten Falle sogar ablösen. Bei dieser Erkrankung müssen möglichst alle verfaulten Hornteile entfernt werden. Ein behutsames Ausschneiten und Glätten des Strahls soll das weitere Eindringen von Bakterien verhindern. Über ein geeignetes Desinfektionsmittel muss der Tierarzt entscheiden. Für eine entsprechende Hygiene ist zu sorgen. Eine regelmäßige Bewegung auf nicht zu hartem Boden ist für das Pferd besonders wichtig.

© Jürgen StroscherAbweichungen vom normalen Zustand des Hufes, wie der Flach-, Voll- oder Zwanghuf haben negative Auswirkungen auf den natürlichen Hufmechanismus und schränken zusätzlich die Durchblutung ein. Als Flachhuf bezeichnet man einen übermäßig weiten Huf, wobei die Seitenwände in einem kleinen Winkel zum Boden stehen und das Sohlenhorn sehr dünn und relativ flach ist. Dadurch ist die Sohle sehr druckempfindlich und die Wände können leicht ausbrechen. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, kommt es zu einem sogenannten Vollhuf, wobei sich die Sohle sogar nach außen wölben kann. Als Hornspalte werden tiefe Risse in der Hornkapsel bezeichnet, die in Längsrichtung verlaufen. Im Prinzip können in allen Bereichen des Hufes Risse entstehen. Die Tiefe der Risse entscheiden darüber, wie schwerwiegend die Erkrankung ausgeprägt ist.

Falls die Hornspalten die Lederhäute freilegen sollten, können eitrige Entzündungen entstehen, auch Nageltritt oder Vernagelung können Ursache für eine Infektion sein. Betroffene Pferde zeigen Lahmheiten und müssen dringend behandelt werden. Die Erreger setzen sich in den Lederhäuten fest, wobei der Eiter nicht abfließen und sich im gesamten Huf ausbreiten kann. Ein Hufabszess kann in der Regel nur aufgeschnitten werden. Auf muss hier der Tierarzt das Pferd betreuen. Jedes Eindringen von kleineren oder spitzen Gegenständen in den Huf ist dringend zu vermeiden. Denn der sogenannte Nageltritt kann ebenfalls zu schwerwiegenden Verletzungen oder Entzündungen im Huf führen.

Die wohl gefährlichste Erkrankung der Hufe für die Pferde ist die Hufrehe. Eine Hufrehe kann schlagartig ausbrechen oder sich mit einer schleichenden Lahmheit ankündigen. Im akuten Stadium erleiden die Pferde große Schmerzen, sie können stark schwitzen, Muskelzittern und einen erhöhten Puls sowie beschleunigte Atmung zeigen. In schweren Fällen weigern die Pferde sich sogar zu laufen. Meistens sind die beiden Vorderhufe betroffen, seltener die Hinterhufe oder nur ein Einzelhuf. Die erkrankten Hufe sind wärmer als die gesunden, und es ist eine pochende Pulsation in den Hufen zu spüren. Die Hufrehe ist meist eine Folge von Durchblutungsstörungen, die verschiedene Ursachen haben kann. In den häufigsten Fällen wird der Ausbruch einer Hufrehe durch die Fütterung verursacht. Grund dafür ist eine übermäßige Zufuhr von Zucker und Eiweißstoffen. Das unkontrollierte Füttern von Getreide und Melasse oder auch durch das Fressen von falschen Gräsern auf der Weide (oder Heu) führt zu einer Stoffwechselstörung im Darm des Pferdes, was wiederum zu einem Ungleichgewicht der Darmflora führt.
Die Durchblutung des Hufes im Bereich der Lederhaut wird gestört, so dass sie sich entzündet und stark anschwellen kann. Der immer stärker werdende Druck führt zu einer Ablösung der Lederhautblättchen, wodurch sich letztlich das Hufbein lockert und sich ganz ablösen kann. Der Verlauf eine Hufrehe kann sehr unterschiedlich verlaufen und am Ende lebensbedrohend für das Pferd sein. Eine Hufrehe ist ein absoluter Notfall und muss schnellstmöglich behandelt werden. Die sich bei einer Hufrehe bildenden Giftstoffe können den gesamten Stoffwechsel und die Organe des Pferdes schädigen.

© Jürgen StroscherAn diesem Beispiel zeigt sich, wie wichtig eine richtige Ernährung für die Pferde ist. Zur Vorbeugung gerade auch von Hufkrankheiten sollte man auf eine entsprechend auf das Pferd individuell ausgerichtete Fütterung achten. Weiterhin ist A & O für die Gesunderhaltung der Pferdehufe eine ausgeprägte Hygiene und Pflege sowie fachmännische Betreuung durch einen Hufschmied beim Beschlagen und/oder Ausschneiden der Hufe.

 

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