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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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Pferdekrankheiten: Hufrehe

© Jürgen StroscherHufrehe ist eine entzündliche Erkrankung der Huflederhaut, bei der das Pferd starke Schmerzen hat. Diese Pferdekrankheit kann viele verschiedene Ursachen haben. Eine der häufigsten Auslöser sind Toxine (Giftstoffe) die über das Futter als schlecht verdaute Nährstoffe in das Pferd gelangen.

Typisch bei der Hufrehe ist die Entlastungshaltung des Pferdes. Es möchte vor allem seine Vorderhufe entlasten, die durch die Entzündung sehr heiß und schmerzhaft sind. Ein Pferd mit akuter Rehe bewegt sich sehr steif, läuft klamm und legt sich oft hin. In sehr schlimmen Fällen kann sich das Hufhorn ablösen, der Tierarzt spricht dann von „Ausschuhen“. Häufig kommt es auch zu einer Vorwärts-Abwärts-Drehung des Hufbeins (knöcherner Teil des Hufes). Das kann man sehr gut auf Röntgenbildern sehen, die während und nach der Rehe vom Tierarzt gemacht werden. Der Bewegungsapparat des Pferdes ist dann häufig nicht mehr so belastbar, beziehungsweise das Pferd kann nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr geritten werden. Der Hufschmied sollte ein Rehepferd gemeinsam mit dem Tierarzt intensiv betreuen. Oft kann er mit der Hufbearbeitung Positives bewirken, so dass nach einem Jahr (so lange braucht der Huf des Pferdes im Schnitt, bis er einmal komplett wieder heruntergewachsen ist) die typischen Ringe im Huf oder die typische Aufwärtsdrehung der Zehen nicht mehr zu sehen sind.

Wie kann es zur Hufrehe kommen?

Sehr oft wird sie durch falsche Fütterung verursacht. Im Verdacht stehen eine Überfütterung mit Eiweißen und/ oder Fruktanen (Kohlehydrate). Sehr häufig kommt Hufrehe im Frühjahr vor, wenn das Gras auf der Weide, besonders viel Fruktane enthält. Zusätzliche Stressfaktoren sind ein Mangel an Raufutter (Heu) sowie plötzliche Futterumstellungen, mit denen die Rohfaser abbauenden Bakterien im Blinddarm und übrigen Dickdarm des Pferdes nicht fertig werden. Hohe Stärkemengen oder hohe Mengen an Fruktanen, die bei gleichzeitig niedrigem Rohfasergehalt unterverdaut aus dem Dünndarm in den Blinddarm einfließen, sorgen dafür dass wichtige Darmbakterien absterben, die für die Verdauung zuständig sind. So wird die Darmschleimhaut gereizt und geschädigt. Die Giftstoffe gelangen direkt ins Blut. Das Blut wird dicker, der Blutdruck steigt. Besonders im Pferdehuf befinden sich viele feine Blutgefäße (Kapillaren), die sich verengen. Die Huflederhaut entzündet sich. Die Schwellung im Huf kann sich aber nicht ausdehnen, weil die Hufkapsel ja aus festem Horn besteht. So entstehen extreme Schmerzen in den Hufen.

Wie erkennt man eine Fütterungsrehe?

Das Pferd steht stocksteif und entlastet die Hufe durch Vorstrecken der Vorderbeine. Oft tritt es auch von einem Huf auf den anderen. Die Hufe fühlen sich heiß an und es lässt sich ein starkes Pulsieren der Hufarterie fühlen. Das Pferd bewegt sich ungern, weil jeder Schritt Schmerzen verursacht.

Welche Sofortmaßnahmen sollte man ergreifen?

  • Den Tierarzt rufen.
  • Hufe sofort mit kaltem Wasser oder Kühlbandagen/ Coldpacks kühlen.
  • Kein Kraftfutter füttern.
  • Gutes Heu füttern (1. Schnitt).
  • Weidegang sofort abbrechen.
  • Pferd auf weichen Boden (Einstreu) stellen.

Wie kann man Hufrehe vorbeugen?

  • Viel Raufutter in Form von bestem Heu und Sroh verabreichen, bei anfälligen Pferden auf Silage/ Heulage verzichten.
  • Kraftfutter nur in geringen Portionen füttern.
  • Heu immer vor Kraftfutter füttern.
  • Darauf achten, dass das Pferd keine Giftplanzen frisst. Auch Eicheln, Kastanien und Bucheckern sowie das Laub dieser Bäume sind gefährlich für zu Rehe neigende Pferde.
  • Weidegang begrenzen/ evtl. auch mit Maulkorb Fressmenge einschränken.
  • Das Pferd viel bewegen und somit sportlich und schlank halten.

Welche Ursachen gibt es noch für Hufrehe?

Mögliche Auslöser können u.a. sein:

  • Stoffwechselerkrankungen wie Cushing und Equines Metabolisches Syndrom (EMS)
  • Traumatische Rehe (durch Belastung wie z.B. Galoppaden auf sehr harten Böden wie Asphalt oder falsche Hufbearbeitung)
  • Geburtsrehe durch Verbleiben der Nachgeburt in der Gebärmutter der Stute
  • Medikamentöse Rehe, ausgelöst durch bestimmte Medikamente wie z.B. Kortison


Dies ist ein Thema des Newsletters „pferdenah“. Weitere bereits erschienene Themen sind finden Sie hier. Der Newsletter erscheint etwa alle sechs Wochen. Hier geht´s zum kostenlosen Newsletter-Abo.

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