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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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Probleme beim Rückwärtsrichten

Hilfe, der Rückwärtsgang klemmt! Was tun, wenn das Pferd nicht rückwärts treten will? Ist das Ungehorsam, oder hat es vielleicht die Hilfengebung nicht richtig verstanden? Und wie vermeide ich, dass es schief wird in der Lektion Rückwärtsrichten?

Mit der Übung Rückwärtsrichten fördert und überprüft man die Durchlässigkeit des Pferdes, und kann damit auch seine Versammlung verbessern. Bei einem jungen Pferd am Anfang der Ausbildung ist das Rückwärtsrichten eine Gehorsamsübung, bei einem älteren Pferd werden die Durchlässigkeit und der Versammlungsgrad geprüft und sogar verbessert. Beim Rückwärtsrichten spricht man übrigens von Tritten und nicht von Schritten. Das Pferd bewegt sich nämlich in diagonaler Fußfolge wie beim Trab rückwärts – allerdings ohne Schwebephase. Es soll dabei auf gerader Linie rückwärts treten, deutlich diagonal abfußen und die Lektion mit gleich groß bleibenden Tritten in sicherer Anlehnung ausführen. Wusstet ihr, dass das Rückwärtsrichten auf Turnieren sogar bis zur Kl. S in Prüfungen abgefragt wird? In Klasse L soll das Pferd eine Pferdelänge (drei bis vier Tritte) und in Kl. M eine genau festgelegte Anzahl von Tritten rückwärts absolvieren. Für Pferde ist das Rückwärts treten eine ganz natürliche Bewegung, die sie auch auf der Weide beim Spielen zeigen. Es fällt Pferden unter dem Sattel leichter, das Rückwärtsrichten zu lernen, wenn dies vorher schon am Boden in Ruhe geübt worden ist. So kennt es zum Beispiel schon das begleitende Stimmkommando, ein deutliches „Zuuuurück“ kombiniert mit einem leichten Berühren der Gerte an der Brust oder mit der Hand.

Mein Pferd will nicht rückwärtstreten ...
Um den Rücken freizugeben, der sich beim Rückwärtstreten aufwölben soll, sitzt der Reiter anfangs aus dem Becken etwas entlastend, bleibt aber mit dem Gesäß im Sattel, so dass er das Pferd vor sich behält. Dabei nimmt er die Schenkel leicht verwahrend zurück, um ein seitliches Ausweichen der Hinterhand zu vermeiden, ohne hierbei verstärkten Druck auszuüben. Mit aushaltenden, bzw. leicht annehmenden und sofort nachgebenden Zügelhilfen versucht der Reiter, das Pferd zum Zurücktreten zu veranlassen, während ein Helfer vom Boden die Lektion mit den gleichen Signalen wie das Pferd sie schon von der Bodenarbeit kennt, unterstützt. Sobald das Pferd einen Tritt rückwärts macht, sollte man es sofort loben und damit zufrieden sein. Es sei denn, das Pferd bietet von sich aus noch weitere Tritte rückwärts an. Manchmal ist beim Reiten weniger mehr.

Tipp 1:
Die ersten Male sollte am selben Punkt in der Bahnmitte üben, damit das Pferd eine gewisse Erwartungshaltung entwickelt und versteht was es machen soll. Auch der Hufschlag sollte relativ eben sein. Beim Rückwärtsrichten hilft es, sich die Lektion aus Rückwärtsreiten vorzustellen. Es darf aber niemals „am Zügel nach hinten gezogen werden“, um das Pferd in Bewegung zu setzen. Der Reiter treibt vielmehr wie beim Anreiten auch nach vorn, lässt aber im Moment der Vorwärtsbewegung die Hand gefühlvoll stehen. Dadurch wird die Vorwärtsbewegung in die andere Richtung „umgeleitet“, sprich nach hinten. Übergänge in und zwischen den Gangarten sind eine gute Vorbereitung. Dabei haben die Durchlässigkeit des Pferdes und die Genickkontrolle eine besondere Bedeutung. Je durchlässiger das Pferd wird, und je sicherer es die treibenden und verhaltenden Hilfen annimmt, desto besser klappt auch das Rückwärtsrichten.

Tipp 2:
Auftretende Schwierigkeiten beim Rückwärtsrichten lassen sich lösen, wenn Vertrauen, Gehorsam und Durchlässigkeit verbessert werden. Deswegen sollt man das Rückwärtsrichten niemals zu früh, zu verbissen und vor allem zu wenig gefühlvoll üben. Das Lob, wenn das Pferd etwas richtig gemacht hat, sollte immer im Vordergrund stehen. Ein guter Zeitpunkt, um die Lektion einzuleiten ist nach einem weichen Übergang zum Halten mit gutem Schließen von hinten (Heransetzen der Hinterbeine) und leichtester Anlehnung. Häufiger als ein- bis dreimal pro Trainingseinheit sollte das Rückwärtsrichten in der Regel nicht geübt werden. Die harmonische, weiche Vorbereitung des Übergangs zum Halten vor dem eigentlichen Rückwärtsrichten ist der Garant dafür, dass die Übung erfolgreich gelingt.

Was mache ich, wenn mein Pferd schief wird?
Neigt das Pferd dazu, schief zu werden, sollte der Reiter zunächst überprüfen, ob er wirklich mittig sitzt und gleichmäßig mit Schenkeln, Gewichts- und Zügelhilfen einwirkt. Oft haben die Pferde Schwierigkeiten die Balance zu finden und weichen deshalb zu einer Seite aus. Eine verwahrende Positionierung der Schenkel oder ein geringfügig seitwärtsweisender Zügel kann hilfreich sein, um dem Pferd zu helfen gerade zu bleiben. Je feiner die Zügeleinwirkung bei dieser Lektion ist, desto besser! Es hängt aber natürlich vom Ausbildungsstand des Pferdes ab, ob die Zügel durchhaltend oder annehmend und nachgebend eingesetzt werden. Ist es bereits sehr gehorsam, reicht eine ganz feine durchhaltende Hilfe, an die sachte herangetrieben wird, und der von der sich das Pferd am Gebiss abstößt. Die Hand sollte nicht vorherrschend sein, sondern wie sonst beim Reiten auch das Gesamtpaket der Hilfen. Fragt auf jeden Fall erst dann die Lektion ab, wenn das Pferd beim Halten im Genick nachgibt und sich konzentriert.

Dies ist ein Thema des Newsletters „pferdenah“. Weitere bereits erschienene Themen sind finden Sie hier. Der Newsletter erscheint etwa alle sechs Wochen. Hier geht´s zum kostenlosen Newsletter-Abo.

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