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Deutsche Reiterliche Vereinigung - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Foto: FN-Archiv

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Kurzkehrt- und Hinterhandwendung

Einmal umdrehen, bitte! So könnte man die Lektionen Kurzkehrt und Hinterhandwendung mit einfachen Worten beschreiben. Diese beiden versammelnden Übungen verlangen aber höchste Konzentration vom Reiter, damit er dem Pferd die korrekten Hilfen gibt. Man kann diese Lektion zur Vorbereitung auch erstmal in kleineren Abschnitten üben.

Was ist eigentlich genau der Unterschied zwischen einer Hinterhand- und einer Kurzkehrtwendung? Der Bewegungsablauf und die Hilfengebung sind bei beiden Übungen grundsätzlich gleich. Allerdings wird das Kurzkehrt aus dem Mittelschritt oder aus dem Trab geritten, während die Hinterhandwendung immer aus dem Halten erfolgt. Die Vorhand des Pferdes soll bei beiden Wendungen einen Halbkreis um die Hinterhand beschreiben. Ganz wichtig ist, dass der Reiter sein Pferd bei sicherer Anlehnung in Innenstellung mit leichter Längsbiegung behält. Das äußere Hinterbein des Pferdes beschreibt einen kleinen Halbkreis um das innere herum, ohne dass die Hinterbeine kreuzen. Gewendet wird möglichst nah am inneren Hinterbein, das dabei taktmäßig weiter auf- und abfußt. Und was machen die Vorderbeine in der Zeit? Sie treten, um den größeren Bogen zu beschreiben, vorwärts-seitwärts und kreuzen. Der Viertakt des Schrittes bleibt während der gesamten Wendung erhalten. Das Pferd sollte nicht Zurücktreten oder mit den Hinterhufen am Boden „haften“ bleiben. Dies wäre ein Zeichen, dass es nicht sicher an den treibenden Hilfen ist.

Hinterhandwendung
Die Lektion beginnt aus dem Halten, wird mit einem Schritt vorwärts eingeleitet und endet auch wieder mit einem geschlossenen Halten. Der Reiter sollte darauf achten, dass er das Pferd am Schluss mit einem vorwärts-seitwärts gerichteten Schritt gerade auf den Hufschlag zurückführt, denn während der Hinterhandwendung verlässt das Pferd den ursprünglichen Hufschlag etwas. Und bei diesem letzten Schritt in Richtung Hufschlag darf der äußere Hinterfuß vorwärts-seitwärts übertreten.

Kurzkehrtwendung
Möchte der Reiter eine Kurzkehrtwendung aus dem Trab reiten, pariert er zum Schritt durch, bevor er dann die Hilfen genau wie bei der Hinterhandwendung gibt, um daraus dann sofort wieder anzutraben.

Und so sieht die Hilfengebung aus:
Die Lektion wird durch halbe Paraden eingeleitet und das Pferd ist in Bewegungsrichtung gestellt. Der Reiter belastet vermehrt den inneren Gesäßknochen. Mit dem inneren Zügel, der etwas seitwärts weisen kann, leitet der Reiter die Wendung mit ein und führt das Pferd in die Wendung hinein. Der innere Schenkel liegt vortreibend am Gurt. Er hat die Aufgabe, gemeinsam mit dem äußeren verwahrenden Schenkel, das Pferd zu biegen. Dabei veranlasst er auch das taktmäßige Abfußen der Hinterbeine. Diese werden somit zu einem leichten Vortreten in Richtung unter den Schwerpunkt angeregt. Der innere Schenkel verhindert ein seitliches Ausweichen des inneren Hinterbeines nach innen. Der äußere verwahrende Schenkel ist verantwortlich für das Mittreten der Hinterbeine, er sollte aber keinesfalls seitwärtstreibend wirken, denn sonst würden die Hinterbeine kreuzen. Mit dem äußeren Zügel begrenzt der Reiter die Biegung und gibt dabei so viel nach, dass das Pferd sich in die Richtung der Wendung bewegen kann.

Wenn für den Reiter die Lektion noch relativ neu ist, kann er das Pferd auch zu Beginn der Wendung ein bis zwei Schritte nach vorne antreten lassen, um dann erst die Wendung aus der Vorwärtsbewegung heraus einzuleiten. Genau wie beim Schultervor kann der Reiter Stellung und Biegung bereits vorbereiten.

Oder er reitet die Lektion zur Übung in Abschnitten, das heißt als 45-Grad oder 90-Grad-Wendung. So bekommt man eine Bewegungsvorstellung und hat genügend Zeit, das Gefühl für das Zusammenwirken der verschiedenen Hilfen zu entwickeln. Der Reiter kann jederzeit zum Halten durchparieren oder aus der Übung nach vorwärts heraus reiten. Wenn das gut klappt, kann man die Wendung um 180-Grad, spricht die ganze Hinterhandwendung, aus der Vorwärtsbewegung heraus einleiten.

Tipp: Es ist sinnvoll, in der Ausbildung zuerst die Kurzkehrtwendung zu reiten, weil es für Pferd und Reiter zunächst einfacher ist, die Wendung aus dem Bewegungsfluss heraus zu erlernen. Ein leichteres Vortreten ist bei der Hinterhandwendung nur ein geringer Fehler. Ein Rückwärtstreten ist der schwerwiegendere Fehler.

Dies ist ein Thema des Newsletters „pferdenah“. Weitere bereits erschienene Themen sind finden Sie hier. Der Newsletter erscheint etwa alle sechs Wochen. Hier geht´s zum kostenlosen Newsletter-Abo.

Reitabzeichen-Filme

FN-Film zum Reitabzeichen 10

Was muss man können?

Welche Anforderungen bei den verschiedenen Reitabzeichen erfüllt werden müssen, erfährt man in diesen Filmbeiträgen der FN. Bei den Reitabzeichen handelt es sich um ein zehnstufiges Qualifikationssystem, mit dem man sich reiterlich vom Anfänger zum Könner entwickeln kann.